Mitteldeutsche Rundfunk (MDR): Irreführende Preise im Internet

Neuer Zündstoff für die Diskussion um fairen Wettbewerb im Online-Vertrieb: Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat Holidaycheck und Expedia unter die Lupe genommen und behauptet, dass viele der dort erstellten Preis-Rankings für Pauschalreisen nutzlos sind. Ein Grund dafür sei, dass nicht die wirklich günstigen Angebote die Liste anführten, sondern Lockvogelangebote. Die Reisen hätten sich im Buchungsverlauf teilweise erheblich verteuert, meldet der Sender. Zum Beispiel habe sich der günstigste Preis für eine Spanienreise bei der Buchung von 916 auf 2.180 Euro pro Person erhöht, ohne dass weitere Leistungen dazukamen. Zudem führe eine fehlende Systematik bei Kinderrabatten zu fehlerhaften Rankings und überteuerten Einzelpreisen.

Der Bundesverband Verbraucherzentrale wertet die Angebote als „wettbewerbswidrige Lockvogelwerbung“. Der MDR hatte für das Magazin „Umschau“ vom 13. September bis 4. Oktober mehr als hundert Reisen bei Holidaycheck und Expedia getestet. Die auffälligen Preise gehörten zu Angeboten von Jahn Reisen, Glauch und HCX Lastminute. Als Erklärung für die falschen Preise geben die Portale und Veranstalter im MDR-Bericht Kalkulationsfehler und Fehler bei der Datenaufbereitung an. Anders als die Rewe Group und HCX-Mutter Vtours stehen Holidaycheck, Expedia und Glauch nicht auf der Liste der Unternehmen, die den „Code of Conduct“ von DRV (Deutscher Reisebüro Verbund) und VIR (Verband Internet Reisevertrieb) unterschrieben haben.

  • Mehr Infos zum Code of Conduct hier.
  • Mehr Infos zum MDR-Test hier.
  • Zur „Umschau“-Sendung vom 5. Oktober geht es hier.

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