Ein Interview mit Markus Jotzo: Ohne Geld von Hamburg auf die Zugspitze

Markus Jotzos Reise geht losMarkus Jotzo aus Hamburg hatte eine Idee: Ohne Geld, ohne gebuchte Unterkunft und ohne Verpflegung wollte er quer durch Deutschland auf die Zugspitze reisen. Die Herausforderungen auf dieser Reise sind groß – aber, so sagt er, man kann sie bewältigen. Über seine Erfahrungen spricht der 47 jährige selbstständige Unternehmer und Autor mit dem Leiter von Globetrotter Eventmanagement Karsten Abel.

Karsten Abel: Herr Jotzo, wie kamen Sie auf diese verrückte Idee, vier Wochen OHNE GELD von Hamburg zur Zugspitze zu reisen?

Markus Jotzo: In meinen Vorträgen und Seminaren sage ich Führungskräften wie Mitarbeitern, geht einen großen Schritt heraus aus Eurer Komfort-Zone in Eure „Überforderungszone“. Das heißt große Schritte auf das Ziel zuzugehen und dabei gleichzeitig bewusst ein gewisses, überschaubares Risiko eingehen.

Karsten Abel: Aber programmieren die Menschen damit nicht das Scheitern, da dieses Neuland ja so ganz weit weg ist von dem Normalen?

Markus Jotzo: Ganz genau. Es passieren mehr Fehler. Doch diese Fehler kann der Agierende ummünzen in Lernen. Und diese Lernerfahrung widerum nutzt er, um beim nächsten Schritt klüger und erfahrener vorzugehen und schneller anzukommen.

Karsten Abel: Ist das nicht ein teurer Erfolg am Ende des Tages?

Markus Jotzo: Es ist vor allem ein schneller Erfolg, denn nicht nur die Lernerfahrung beschleunigt das Ankommen am Ziel. Die großen Schritte selbst gelingen ja teilweise. Mit jedem – großen – Schritt kommt der Agierende auch einen substantiellen Schritt auf sein Ziel zu.

Markus Jotzo am trampenKarsten Abel: Ist das denn etwas für jeden?

Markus Jotzo: Das ist etwas für jeden, der gern Erfolg hat und der nicht jahrelang auf seinen Erfolg warten möchte. So empfehle ich zum Beispiel „Wenn Du Dich selbstständig machen möchtest, dann recherchiere nicht monatelang. Nein, recherchiere und bastele Deine erste Homepage an einem einzigen Wochenende. Und am Montag rufst Du die ersten potenziellen Kunden an.“ Das ist Lernen und aufs Ziel zusteuern mit Highspeed.

Karsten Abel: Ok, das Konzept habe ich jetzt verstanden. Spannend. Was waren denn nun Ihre beeindruckendsten Erlebnisse auf der OHNE-GELD-Reise?

Markus Jotzo: Oh, da gibt es einige. Wenn Du abends um 7, 8 oder 9 immer noch keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden hast, kam bei mir schnell Frust auf. Einmal wandte ich mich mit meiner Übernachtungsbitte an ein Kloster. Ich war sicher, das klappt bestimmt! Doch der Mönch lehnte meinen Wunsch ab. Ich war voller Zuversicht und musste mir dann eingestehen, hier bist du gescheitert, Markus. Das tat sehr weh. Doch an diesem Abend trafen wir auf den Sohn einer Pizzaria-Inhaberin, der uns neue Türen öffnete. Da war es am Ende ein extrem erfolgreicher Tag – inkl. dieser schmerzhaften Lernerfahrung. In solchen Momenten ist mir klar geworden „Erfolgreiche Menschen machen trotz Scheitern und Frust immer weiter“.

Karsten Abel: Aber dauernd frustriert durch die Gegend zu laufen ist doch auch nicht das Wahre, oder?

Markus Jotzo: Das kommt ja ganz auf die Perspektive an. Erfolgreiche Menschen scheitern häufiger als es andere überhaupt versuchen. Gleichzeitig passieren ja auch etliche Erfolgserlebnisse! Je häufiger wir es angehen, desto mehr wächst unser Mut-Muskel. Ja, Mut ist ein Muskel, den Sie trainieren oder abschlaffen lassen können. Es ist die Wahl eines jeden Menschen. Jeder kann diesen Schalter im Kopf umlegen.

Wir müssen etwas bewegen - sonst bewegt es uns!Karsten Abel: Spannend. Verraten Sie mir das Geheimnis, wie man diesen Schalter umlegt?

Markus Jotzo: Na klar, das geht mit einer Erkenntnis und einer Entscheidung. Die Erkenntnis, dass wir selbst verantwortlich sind für alle Ergebnisse im unserem Leben. Und dann die Entscheidung „So soll mein Leben aussehen!“ Und dann: losgehen und gestalten. Einige haben es dann bestimmt schwerer als andere, da diese noch nicht die notwendige Ausbildung haben oder schwerer lernen. Doch jeder kann es schaffen. Wer will, findet Wege; wer nicht will, findet Ausreden.

Karsten Abel: Zurück zu Ihrer Reise. Sie hatten wirklich kein eigenes Geld dabei? Wie haben Sie sich Essen, Trinken und Übernachtung besorgt?

Markus Jotzo: Kein eigenes Geld. Am ersten Tag in Bremen habe ich mir mit Scherbenlaufen Geld dazu verdient. Mit bloßen Füßen über Glasscherben laufen funktioniert mit der richtigen Technik. Dadurch bin ich immer wieder mit Menschen ins Gespräch gekommen. Auf diese Weise kamen auch immer ein paar Euro Spendengelder zusammen. Und manchmal habe ich so auch eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Ansonsten war die Erfolgsquote bei Dönerbuden sehr gut, ohne Bezahlung einen erschnorrten Döner zu bekommen. Und der ist 100 Mal leckerer als ein gekaufter!

Karsten Abel: Welche anderen Gründe gab es für die Reise?

Markus Jotzo: Ich finde es schade, dass so viele Menschen jammern oder sich beklagen, wie schwer alles ist, statt ihre Möglichkeiten zu sehen und zu ergreifen. Mit der Reise möchte ich einen Anstoß geben für alle Menschen, sich an ihre großen schlummernden Träume ranzumachen und beginnen, diese Träume zu verwirklichen. Auf meiner Reise von Mitte Juli bis Mitte August 2016 habe ich viele inspirierende Interviews mit mutigen Menschen gemacht und aur meine Facebook-Seite gestellt.

AusruhenKarsten Abel: Allein für vier Wochen – wird das nicht auch mal langweilig?

Markus Jotzo: Ich hatte Fabian dabei, meinen treuen Kameramann. Von Fabian habe ich übrigens auch viel gelernt. Fabian ist ein begnadeter Fotograf und stand mir mit seiner sehr ruhigen Art immer zur Seite.

Karsten Abel: Und, haben Sie die nächste Reise schon geplant?

Markus Jotzo: In der Tat habe ich ein Reise-Seminar geplant für Menschen, die mehr vom Leben erwarten. „War das jetzt schon alles?“ heißt es und startet am 22.7.2017 mit einen Seminartag in Hamburg. Dann reisen die Teilnehmer in Zweierteams für 3 Tage von Hamburg in den Harz ohne Geld. Im Harz findet dann der zweite Seminartag – mit viel Essen und Trinken – statt auf einer richtig gemütlichen Hütte. Im Seminar erarbeitet jeder Lösungen, um die Hürden zu seinem persönliches Ziel zu überwinden und dann nach dem Seminar durchzustarten.

Karsten Abel: Kann auch eine Firma so eine Reise bei Ihnen buchen?

Markus Jotzo: Die Seminar-Reise-Kombination können Firmen jederzeit bei mir buchen. Wir gestalten diese dann so, dass die Länge der OHNE-GELD-Reise zur Firma passt. Privatpersonen können gern im nächsten Jahr nachfragen, ob das Seminar in 2018 wieder angeboten wird.

Karsten Abel: Für welche Anlässe macht ein solches Seminar für Firmen Sinn?

Markus Jotzo: Das sind verschiedene Anlässe: Es kann darum gehen, ein Team zusammen zu schweißen. Natürlich dient es ganz stark der Persönlichkeitsentwicklung. Und – so komisch es klingen mag – eine solche Reise ist ein Incentive für Mitarbeiter, die sich um die Firma verdient gemacht haben und noch weiter wachsen möchten.

Karsten Abel: Herr Jotzo: Was ist Ihre persönliche Vision?

Markus Jotzo: Dass Menschen an sich glauben, anpacken und ein rundum zufriedenes Leben führen. Jeder Mensch trägt das, was er für seine Ziele und Träume braucht, bereits in sich!

Karsten Abel: Vielen Dank für das Interview!

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