7 Gründe für eine Kreuzfahrt mit der Queen Victoria

„Mittelmeer – dacapo“

Ein Reisebericht einer Kundin von Globetrotter Kreuzfahrten

Queen Victoria von außen - © Cunard Line

Queen Victoria

Im Gegensatz zum Hamburger Nieselwetter am Flughafen werde ich auf meiner Kreuzfahrt durchs westliche Mittelmeer überwiegend mit spätsommerlichem Sonnenwetter zwischen 20 Grad und 25 Grad verwöhnt. Schon im Transferbus zum Hafen von Civitavecchia bringt uns der Reiseleiter mit der Begeisterung für seine italienische Heimat in Reisestimmung, während sich die Sonne tapfer durch  dunkle Wolkenfetzen kämpft.

Die „Queen Victoria“ liegt direkt neben dem Forte Michelangelo am Pier, wo schon der Sektkühler in meiner wunderschönen, hellen Außenkabine auf mich wartet. Zum Auffinden meiner Kabine habe ich mir den Ausspruch „Wo ich bin, ist vorne“ (also Stairway A) gemerkt und habe im Falle eines Schiffsunglücks einen kurzen Weg zur Sammelstelle!

Welche ist die beste „Queen“?

Wenn man überhaupt einen Vergleich zwischen den drei „Queens“ ziehen will, so kann ich sagen, dass mir die Innenausstattung auf der „Queen Victoria“ am besten gefällt. Die Teppichböden im Bereich der Fahrstühle sind sowohl fantastisch farbintensiv als auch stilistisch ganz besonders schön „viktorianisch“. Die farbigen Zeichnungen beim Royal Court Theatre stellen Szenen dar, die das exklusive Leben der Gesellschaft in den 1920er-Jahren in Theater und Revue zeigt. Die Gemälde von Queen Victoria verleihen den gepolsterten Sitzgruppen den Flair eines britischen Herrenhauses. Interessant finde ich auch die Vielzahl der Ausstellungsstücke aus der maritimen Geschichte der Passagierfahrt (z.B. Schiffsmodell der „Olympic“, Matrosenmütze mit „Cundard“-Aufdruck, originale Schiffsgemälde). Für mich ist die „Queen Victoria“ als Inbegriff für komfortable Seereisen das Schiff mit dem besten „Wohlfühl-Charakter“. Der organisatorische Tagesablauf und die Möglichkeiten des Zeitvertreibs sind auf allen Schiffen gleich und man kann sich sein persönliches „Programm“ zusammenstellen (z.B. Information über Landausflüge, Line Dance Unterricht, themenbezogene Vorträge). Und „Meer“ geht immer: Promenieren an Deck, sich den Wind um die Nase wehen lassen und nach Schiffen, Seezeichen, Landsicht Ausschau halten. Bei steifer Brise (wenn die Decks zur Sicherheit gesperrt sind) ist die Bibliothek auf der „Queen Mary 2“ mit Stühlen direkt vor den Panoramascheiben in Richtung Bug der beste Platz, um die Macht der schäumenden See zu sehen und zu spüren. Alle drei Schiffe präsentieren sich markant mit ihrem eleganten, formschönen Bug und dem leuchtend orange-roten Schornstein. (Kleine Randbemerkung: Sogar der Kapitän hat beim Cocktail-Empfang bemerkt, dass auffallend viele Damen in roter Abendgarderobe erschienen sind.)

Meine Empfehlungen

Einige – manchmal nur kurze – Momente sind für mich Erlebnisse an Bord, die das Reisen über die Meere immer wieder erstrebenswert machen:

  1. Frühstück im Lido-Restaurant, bevor die Mehrzahl der Passagiere das Buffet stürmt und es noch freie Plätze mit „Meerblick“ und Morgensonne gibt.
  2. 12 Uhr Schiffszeit: tägliche Kapitänsansage über Route, Geschwindigkeit, Meerestiefe, Temperaturangabe, Wettervorhersage, zurückgelegte Strecke und eventuellen Sehenswürdigkeiten.
  3. Lunch vom Buffet im Lido-Restaurant mit Salat und frischem Obst (mit Rücksicht auf das abendliche Schlemmer-Dinner!)
  4. Es ist immer wieder ein außergewöhnliches Erlebnis, sich im langen Abendkleid durch den Queens Room, die Grand Lobby und die Bars zum Restaurant zu bewegen, in dem Bewusstsein, auf stilvolle Weise das Mittelmeer zu durchqueren.
  5. Ausgedehntes Dinner im Britannia Restaurant von der Suppe bis zum Dessert, gefolgt von Kaffee und Pralinen.
  6. Sonnenuntergänge im Meer von der Heck-Reling auf Deck 3: „Breitwand und in Farbe“, untermalt von einem Teppich aus schäumender Gischt; der nächtliche Blick aus dem Kabinenfenster, wenn die Wellen von der Schiffsbeleuchtung geheimnisvoll angestrahlt werden und sich der Mond blau-silbern im kabbeligen Meer spiegelt.
  7. Mein Lieblingsplatz: bequeme hölzerne Deckstühle auf Deck 3 mit dicken, himmelblauen  Liegenauflagen – purer Luxus!

Wirklich erstaunlich fand ich, dass mich ein Kellner im Britannia Restaurant von meiner Kreuzfahrt im vorigen Jahr auf der „Queen Elizabeth“ wieder erkannt hat. Außerdem hatte ich Glück mit der Platzierung am 10er-Tisch absolut zentral neben der großen Weltkugel. Allerdings zusammen mit ausschließlich englischsprachigen Passagieren, die mich – ohne Bedenken wegen meiner relativ geringen Englischkenntnisse – in die Unterhaltung einbezogen haben.

Ausflugs-Highlights:

  • Ajaccio (Korsika): Phantastischer Blick vom Place de Gaulle über die palmenbestandene Bucht. Besichtigung des Musée Fesch mit der weltgrößten  Sammlung italienischer Gemälde und Kunstgegenständen aus dem Familienbesitz Napoléon Bonapartes .
  • Florenz (Hafen Civitavecchia): Besuch des Guccimuseo mit Ledertaschen und – koffern vom Anfang des vorigen Jahrhunderts, feder- und paillettenbestickten Abendkleidern, Tücher in Seidendruck, Schuhen und Geschirr des Designers. Der überwältigende Dom von Santa Maria del Fiore mit der streng gegliederten Fassade und der gewaltigen Kuppel auf der Piazza del Duomo.
  • Liegeplatz im Hafen von Monte Carlo (Monaco) mit Panoramablick vom Burgfelsen bis zum Casino Monte Carlo. Besichtigung der Großen Säle im Fürstenpalast der Grimaldis, die gegenwärtig noch zu offiziellen Anlässen genutzt werden (kein Museum!).
    (Das Grand Théâtre de Monte Carlo – Opernhaus im Fürstentum Monaco – ist leider für diese Spielzeit noch nicht eröffnet.)
  • Barcelona (Spanien): Kurze Führung durch das Gran Teatre del Liceu, das größte Opernhaus Kataloniens, mit der einmaligen Gelegenheit, einen Ausschnitt aus einer Ballett-Probe auf der Bühne zu sehen. Die lichtdurchfluteten farbigen Mosaikfenster in der Basilika Sagrada Familia (vom Architekten Antoni Gaudi 1802 begonnen).

Minuspunkte:

  • Bedingt durch die späte Tischzeit ist die Teilnahme an einigen Programmpunkten nicht möglich gewesen (Auslaufen aus dem Hafen, Eröffnung des Victorianischen Balls mit einem Tanzpaar, Hutparade beim Royal Ascot Ball). Alternativ hätte ich das Abendbuffet im Lido-Restaurant (ohne Tischgesellschaft) wählen müssen.
  • Im Gegensatz zur „Queen Elizabeth“ war der Line Dance Unterricht nicht so lohnend, weil (wie ich erkennen konnte) die Anleitung nicht von einer Lehrkraft, sondern von Tänzern aus der Showgruppe gegeben wurde, die keine Namen für die Tänze nannten und statt der originalen Tanzbeschreibungen ihre eigenen Aufzeichnungen benutzten (wie mir auf Nachfrage erklärt wurde). Vermutlich haben sie die Tanzchoreographie auch selbst kreiert und mit Showelementen ergänzt.
  • Diese Kreuzfahrt war manchmal etwas beschwerlich, weil die Touristenmassen (Barcelona, Florenz) den Kontakt zur eigenen geführten Reisegruppe behindert haben. Daneben gab es (für mich erstmalig) ein Kopfhörer-System bei der Stadtführung, das akustisch nicht störungsfrei war und das Verstehen teilweise unmöglich machte.

Mein Traum 2018

Mein nächstes maritimes Ereignis wird eine Transatlantik-Passage mit der „Queen Mary 2“ von Hamburg über Southampton nach New York 2018 sein. Die Krönung aller klassischen Kreuzfahrten auf den Spuren von Charles Dickens, der schon 1842 auf einem Cunard-Schiff „über den großen Teich“ in die Neue Welt fuhr: Auf der RMS „Britannia“.

Möchten Sie auch gerne eine Kreuzfahrt mit der Queen Victoria oder eines ihrer Schwesterschiffen machen? Kein Problem! Auf www.globetrotter-kreuzfahrten.de haben wir eine große Auswahl an Kreuzfahrten mit Cunard.

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