Unter dem Kreuz des Nordens 2016 – Teil 4

Karelische Impressionen – Durch Russland zum Nordkap, zurück über Norwegen, Schweden und Finnland. 30. Juli – 26. August 2016

Tag 22, Sa. 20.08.: Besuch der Erzgrube in Kiruna, Fahrt ins finnische Rovaniemi, 350 km

Terminverschiebung. Eigentlich war es für gestern geplant, aber so besuchen heute Morgen das Eisenerzbergwerk. Direkt neben unserem Hotel werden wir abgeholt und fahren mit dem Bus auf das LKAB Gelände und weiter auf die Sohle auf 540 m unter Tage. Weil das Flöz nahezu senkrecht verläuft, baut man das ganze Erz ab und lässt das Gestein „nachrutschen“. Das nachrutschende Gestein hat sich inzwischen so weit verdichtet, dass es „solid rock – fester Felsen“ ist. Seit den 70erJahren baut man das schwarze Magnetgestein nur nach unter Tage ab. Davor wurde es im Tagebau abgeräumt. Die Dimensionen sind gewaltig. Zwischen. 60.000 und100.000 t Gestein werden täglich abgebaut, eine Menge, die reichen würde, um sechs Eiffeltürme zu bauen. Das Erz wird in Fahrstühlen mit 17 m/s nach oben gefahren. Das ist eine Geschwindigkeit von über 50 km/h. Das Erz wird gemahlen und zu kleinen Kugeln verarbeitet. Durch Zumischen von höher- oder niedrighaltigem Erz kann ein ständig gleichbleibender Eisengehalt gewährleistet werden. Viel braucht man nicht zu machen, denn es ist die reinste Erzader der Welt. Verschifft werden die Pellets entweder im Nachbarland Norwegen in Narvik, dem einzigen eisfreien Tiefseehafen weit und breit oder in Luella, an der schwedischen Ostseeküste. Jeder der Eisenbahnzüge hat 60 Waggons je 100 t Eisenerzpellets. Die bekannten Vorkommen reichen mindestens bis 2040. Im Gegensatz zu dem, was wir in Russland gesehen hatten, ist die Staubbelastung ausgesprochen gering. Aber es gibt ein anderes Problem. Damit die unter der Stadt liegenden Vorkommen abgebaut werden können, ist man dabei, die Stadt komplett um fünf Kilometer nach Osten zu verlegen. Am neuen Rathaus wird schon gebaut.

Nach der Rückkehr bleibt Uli verabredungsgemäß in Kiruna zurück, um von dort aus durch Schweden auf Freundesbesuch nach Hause zu fahren.

Gegen Mittag verlassen wir Kiruna. Vorher besuchen wir noch die Kirche, die als einziges Gebäude in den neuen Stadtteil umgesetzt wird. Wir haben über 350 km reine Fahrstrecke vor uns. Da können wir nicht viele Pausen machen. Zum Glück geht es südwärts, die Baum-Tundra geht langsam in die Wald-Tundra über. Nach 100 km wird das Land flacher und die Felsen verschwinden. Rentiere laufen auf und neben der Straße. Die Straßenverwaltung beginnt die Pilot-Stangen für den kommenden Winter zu setzen! Diese Stangen sind nötig, damit der Schneepflug den Straßenverlauf besser erkennen kann.

Je weiter wir nach Süden kommen, desto größer werden die Orte und die Ferienhaussiedlungen. Andere Baumarten sind zu sehen und auch einige kleine Getreide- oder Kleefelder. Zirka 100 km vor unsrem Ziel fahren wir am Fluss Tornionjoki entlang. Der Übertritt in die Euro-Zone ist problemlos. Der Grenzposten ist nicht besetzt. An der EU-Außengrenze war wenigstens ein Vertreter des Zoll da! Aber hier, an der schwedisch-finnischen Grenze, ist niemand. Der Reichtum Finnlands ist der Wald. Die Häuser bzw. Ferienhäuser sind einfacher und nicht so superpenibel gepflegt wie auf der schwedischen Seite. Sie liegen meist hinter Bäumen versteckt.

Finnland hat als einziges skandinavisches Land osteuropäische Zeit. Also alles eine Stunde weiter. Deshalb wird es in Rovaniemi auch später mit dem Essen. Aber wir verhungern auch auf dieser Reise nicht! Wenige Kilometer nordöstlich der Stadt befindet sich seit 1985 das Weihnachtsmanndorf, das wir morgen besuchen wollen.

Tag 23, So. 21.08.: Entlang der Kemijoki zum Bottnischen Meerbusen bei Oulu, 230 km

Es ist ein ungemütlicher kalter Sonntagmorgen. Bei 8 Grad und starker Bewölkung kommt keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Eigentlich sowieso noch nicht im August, aber wir sind im Weihnachtsmanndorf am Polarkreis. Die Preise sind etwas höher. Ein Foto/Fotoserie mit dem Weihnachtsmann kostet 25 Euro. Da ist die Grußkarte zu Weihnachten mit 5 Euro plus 2,90 Euro Porto schon ein Schnäppchen. Die ersten Busse mit potentiellen Käufern aus Deutschland, sorry aus Oberfranken (darauf hat man großen Wert gelegt), sind auch schon da. Zurück geht es nach Rovaniemi, dann folgen wir dem Kemijoki Richtung Kemi und damit zum Bottnischen Meerbusen, dem nördlichen Teil der Ostsee. Die Stauseen für die Wasserkraftwerke quellen, wie überall in Skandinavien, in diesem Sommer über. Es gab in den meisten Regionen zu viel Regen. Wir hatten dagegen wirklich Glück. Aber was ist Sommer? Die Birken werfen ihre Blätter bereits ab, während die Kartoffeln und der Senf noch blühen. Die Eschen hängen voller Früchte und die Weiden stehen noch im satten Grün.

Unterwegs halten wir bei Hesburger auf einen Kaffee. Diese finnische Kette hat mehr Restaurants in Finnland als McDonalds. Das graue, kalte Herbstwetter macht uns träge, müde und hungrig. Der nördlichste Punkt der Ostsee ist irgendwo im Grenzgebiet zwischen Schweden und Finnland. Nicht so wichtig. In Kemi, auf der finnischen Seite, sind wir schon recht nahe dran. Ab hier ist von der Tundra nichts mehr zu sehen. Wald säumt beide Seiten der Straße. Hier ist es die E 75, die autobahnmäßig ausgebaut ist. Aber ich nutze jede Gelegenheit über die Landstraße zu fahren. So können wir Finnland besser wahrnehmen.

Das Hotel ist ein Radisson, gerade im Umbau. Zum Abendbrot gibt es Pilzsuppe, Rentiergulasch und Rote Grütze. Alles gut aufeinander abgestimmt. Langsam entwickelt sich diese Reise zu einer Gourmet-Reise.

Tag 24, Mo. 22.08.: Fahrt durch Mittelfinnland nach Kuhmo, 280 km

Es regnet bei der Abfahrt und auch bei der Ankunft ein wenig. Zum Glück soll es laut Wetterbericht im Tagesverlauf besser werden und das stimmt. Eine Stunde nach der Abfahrt hörte der Regen auf und es wird trockener. Bei einer Pause in einem Dorfladen mit angeschlossenem Kaffee lernen wir auch ein wenig von der Lebensweise des dörflichen Finnlands kennen. Es ist weit und breit der einzige Laden, denn es gibt hier alles für den täglichen Bedarf. Der Bücherbus steht auch vor der Tür. Obwohl die Häuser in den wenigen erkennbaren Ortschaften weit verstreut liegen, kann man hier einkaufen und sich zum Billard oder auf eine Büchse Bier treffen. Die Getreideernte ist auch hier in diesem Sommer ziemlich verdorben. Gerste und Hafer stehen noch auf dem Halm und sind verkrautet. Es ist einfach zu nass zum Dreschen! Dabei sind die Höfe sauber und gepflegt.

Etwa im zweiten Drittel der Tagesetappe kommen wir nach Finnisch-Karelien. Die Gegend wird hügeliger. Der Bulli hat an den Steigungen gut zu arbeiten. Die Felsen kommen an einigen Stellen wieder zum Vorschein. Skandinavien und insbesondere Karelien ist die Gegend, die sich vor 400 Millionen Jahren bildete, als zwei Kontinente aufeinander trafen. Das Meer zwischen ihnen verschwand. Die Sedimente des Meeresgrundes wurden zu einer mächtigen Bergkette zusammengepresst, die über das ältere Grundgebirge geschoben wurde. Während der Jahrmillionen und unter der Last der Inlandseismassen wurde der Gebirgszug dann aberodiert. Von Eismassen geschliffene Felsenflächen, Endmoränen und Deltaland zeugen von diesen Prozessen, sind immer wieder zu sehen. So findet man insbesondere in Karelien auch Marmor, verschiedene Erze, Mineralien und Granit. Der Karelische Granit zeichnet sich durch seine Härte und eine sehr schöne rötliche Verfärbung durch den hohen Eisenanteil aus. In einem Ort sehen wir schöne rote geschliffene Granitsteine als Verzierung auf dem Trennstreifen zwischen den Fahrpuren. Die heutige karelische Landschaft ist von Wald geprägt. Kleinere und größere Seen liegen dazwischen, insgesamt über 200.000!

In der Nähe von Kuhmo, dem heutigen Tagesziel, befindet sich ein Wintersportgebiet. Unser Hotel liegt an einem Biathlon-Trainingszentrum. Das Hotel „Kalevala“ soll an das National-Epos erinnern. Da ist es selbstverständlich, dass wir uns das Zentrum ansehen. Eindrucksvoll erhalten wir eine umfangreiche Einführung in die Entstehung dieses Epos. Seine Bedeutung hatten wir vorher schon in Kishi erfahren. Es ist nicht nur die Grundlage für die einheitliche Sprache dieser verschiedenen Dialekte, sondern auch ein Symbol des nationalen Selbstverständnisses. Dieses Selbstverständnis wirkt inzwischen weit über Karelien hinaus, bis in die Republiken des Baltikums.

Der Koch unseres Hotels schafft es, uns zu verblüffen. Seine Steinpilzsuppe hat einen eigenen süßlichen Geschmack. Als Hauptgericht gibt es eine vorzüglich gare Entenkeule, also relativ leichtes Essen auf Ratatouille. Die Soße hat einen leichten Geschmack nach Curry. Egon „erkämpft“ sich wieder einen doppelten Nachtisch. Er besteht auch Schokoladeneis mit Split und Chili-Geschmack, drapiert mit Waldfrüchten und statt der Schokoladensoße hat er Balsamico verwandt. Einfach nur eine geschmackliche Herausforderung, die viele von uns, und auch ich, so noch nie erlebt haben. Gerne hört sich der Koch, ein junger Mann Anfang 30, unser Lob an.

Tag 25, Di. 23.08.: Entlang der russischen Grenze nach Joensuu, 310 km

Das Hotel entlässt uns mit gemischten Gefühlen, Einerseits ist es eines der wenigen Hotels, in dem WLAN nur in der Lobby uneingeschränkt möglich ist, andererseits ist die Umgebung und die Lage einfach nur bezaubernd. Direkt am See gelegen und in einer Biathlon-Landschaft integriert ist es auch vom Baustil her außergewöhnlich. Bei meinem Rundgang bemerken wir die Frisbee-Golf-Anlage. Was es nicht alles gibt!?

Wir fahren durch finnisch Karelien auf Teilen der Via Karelia entlang der finnisch-russischen Grenze nach Süden. Genau genommen sind es zwei Straßen mit entgegengesetzten Motivationen, was durch die beiden gegenüber gestellten R/Я verdeutlicht wird. Zum einen ist es ein Pilgerweg, der viele orthodoxe Klöster berührt, zum anderen ist es die Route der Lieder und der Grenzen. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert ist diese Gegend Streitpunkt zwischen Russland und Schweden. Alte Lieder und Gesänge, Beschwörungsformeln und Heilmethoden haben sich über viele Jahrhunderte in dieser unwegsamen Gegend gehalten. Aus diesem Kulturgut entstand das Nationalepos im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Entlang der Straße tauchen manchmal unvermittelt kaum erkennbar Denkmäler aus dem Winterkrieg 1940 auf. Stalin wollte, dass die finnische Grenze nicht 100 km hinter Petrograd beginnt. Diese Grenzkorrektur im sogenannten Winterkrieg hatte zur Folge, dass auf jeden getöteten finnischen Soldaten 10 russische tote Soldaten kamen. Letztendlich musste Finnland weite Teile seines Territoriums abgeben. So wurde auch Karelien geteilt. Im zweiten Weltkrieg versuchten deutsche Truppen die Finnische Armee zu unterstützen. Nach der Offensive der Roten Armee ging auch dieser Fortsetzungskrieg negativ für Finnland aus. Russland diktierte in weiten Teilen die finnische Nachkriegspolitik. Heute ist Finnland nicht nur das östlichste Land Skandinaviens, sondern auch das am engsten mit Russland verbundene Land.

Das Wetter ist durchwachsen. Es ist ideale Pilze-Zeit. Und wirklich. Am Wegesrand wachsen Pilze in großer Anzahl. Als wir zum Fotografieren stoppen, flattern Rebhühner aus dem Dickicht hoch. In Russland würden bei solch einer Pilze-Schwemme an jeder Ecke die Leute am Wegesrand hocken und auf Käufer warten. Das ist hier anders. Erst in unserem heutigen Zielort, in Joensuu, fallen uns bewusst die ersten Hochhäuser in Finnland auf.

Karelien ist in weiten Teilen sehr felsig und steinig. Wir passieren immer wieder Flächen, auf denen Holz „geerntet“ wurde. Es sind nicht die großen Flächen, wie man vermuten könnte, sondern eher kleinere Flächen bis max. 2 ha. Auch die Wiederaufforstung ist erkennbar. Das Klima ist hier im Süden besser. Man belässt die Wurzeln der abgeernteten Bäume im Boden und pflügt nur um oder gräbt Entwässerungsgräben. Dann werden die Stecklinge gepflanzt, die in 30 oder 50 Jahren zu stattlichen Bäumen herangewachsen sind. Besonders als wir ein abgelegenes Teilstück der Via Karelia fahren werden wir Zeugen dieser verschiedenen Phasen. Übrigens sind ungefähr 50 -70 km dieses Teilstückes nicht geteert. Aber selbst diese Schotterstrecken sind hier in einem besseren Zustand als in Russland!

In Ilomantsi bekommen wir noch einen Einblick in die Architektur Kareliens. Vorgestern war hier das Bären-Festival. Künstler bekommen einen Stamm und dürfen mit Hilfe der Kettensäge ihre Impression zum Thema „Bär“ darstellen. Die schönsten Ergebnisse können jedes Jahr käuflich erworben werden. Viele solcher Bärenimpressionen stehen vor einigen Häusern.

Unser heutiger Zielort besticht nicht nur durch seine Sauberkeit, sondern vor allen Dingen durch seinen städtischen Charakter. Dabei wurde der Ort erst 1848 zur Stadt erklärt. Durch die strategisch günstige Lage an einer Flussmündung entwickelte sich hier ein Zentrum des Holzhandels. Das können wir auch riechen. Auch wenn heute der Holzhandel immer noch dominiert, so ist die Bedeutung der Stadt gesunken. Daran ändert auch die in der Stadt ansässige Universität wenig. Inzwischen hat sich das Wetter gebessert. Die Sonne scheint und die Temperatur ist um 18.00 Uhr bei 20 Grad angelangt, als wir beim Hotel vorfahren.

Tag 26, Mi. 24.08.: Durch finnisch Karelien über Savonlinna nach Kouvola, 390 km

Abfahrt aus Joensuu in Karelien im Süd-Osten Finnlands. Es könnte Sonntag sein, denn die Sonne scheint bei der Abfahrt. Im Tagesverlauf ziehen größere Wolkenfelder durch. Dann wird es empfindlich kalt. Aber es regnet nicht. Wir haben heute ein strammes Programm vor mit einigen interessanten Besichtigungsstopps.

Mein Streckenverlauf führt wieder über Nebenstraßen. Wir passieren eine sehr alte Wassermühle. Solche Mühlen wurden immer dort angelegt, wo es genügend Bauern und Getreide gab, Gegenden die also dicht besiedelt waren. Im Norden Kareliens hat man bis in das Zeitalter der Industrialisierung das Mehl in den Häusern selbst zwischen zwei Steinen gemahlen. Man konnte sich einen Müller nicht leisten.

Bereits eine Stunde nach der Abfahrt sind wir in Neu-Valaam. Das originale Kloster im heutigen Russland hatten wir schon zu Beginn der Reise besucht. Es beherbergte zeitweise bis zu 3.000 Mönche. 1917 wurde Finnland unabhängig und das Kloster wurde das wichtigste der finnisch-orthodoxen Kirche. Im Winterkrieg von 1940 wurde das Kloster evakuiert. Die damals 150 Mönche flüchteten nach Westen und siedelten sich im finnischen Heinävesi an, wo sie das bis heute existierende Kloster Uusi Valamo – Neues Walaam – gründeten. Es ist heute das einzige Männerkloster der Orthodoxen Kirche Finnlands. Das Angebot im Souvenirshop des Klosters ist recht teuer. Es gibt auch Original-Ikonen zu kaufen und aus den Beeren gekelterten Wein. Vor der Gründung des Klosters gab es hier nur flaches Land, alle Gebäude sind neu errichtet worden.

Auf dem Weg zur nächsten Attraktion haben wir eine überraschende Begegnung. Katja und Andreas Karrenbauer kommen uns auf ihren GS auf ihrer Nordtour entgegen. Nicht zu fassen – eine große Freude. Die Zeit für einen Plausch muss schon drin sein.

Danach fahren wir auf kleinen Straßen südwärts nach Kerimäki zum Besuch der ungewöhnlichen Holzkirche. Sie hat ca. 3.500 Sitzplätze und ist damit weltweit die größte Holzkirche. Es ist schon imposant, in solch einem Gebäude zu sein. Zumal es keine orthodoxe, sondern eine Lutheraner Kirche ist. Im Gebäude hängen die Genehmigungen der jeweiligen Zaren, dass auf dem Gebiet Russlands der Bau einer solchen Kirche genehmigt ist und der Glaube ausgeübt werden darf.

Nach einer kleinen Mittagspause erreichen Savonlinna, der Stadt der Opernfestspiele. Keimzelle der Stadt ist die Burganlage Olavinlinna. Diese wurde 1475 von den Schweden zur Sicherung der zwischen Schweden und Russland umstrittenen Region erbaut. Durch die Jahrhunderte wechselten Stadt und Burg mehrfach den Besitzer. 1812 kam Savonlinna als Teil des sogenannten Altfinnland an das neugegründete Großfürstentum Finnland. Mit der finnischen Unabhängigkeitserklärung von 1917 wurde auch Savonlinna Teil der unabhängigen Republik Finnland. Heute ist die ganze Region ein „Finnisches Bayreuth“, alles ist noch gepflegter und mondäner als anderswo! Die Häuser sind im Gründerstil gehalten und sehr reich verziert.

Besonders auf den Hauptstrecken müssen wir wegen der vielen Blitzer aufpassen. Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten schwanken zwischen 30-40-50-60-80 und 100 km/h und werden rechtzeitig angezeigt. Wir fahren über Mikkeli nach Kouvola.

Schon aus der Ferne sind die beiden Sprungschanzen von Kouvola zu sehen. In der Stadt ist Feststimmung an diesem Donnerstag. Die Restaurants sind voll. Passend dazu scheint die Sonne und es sind 24 Grad. Es ist Sommer, egal was für ein Wetter es ist. Das scheinen sich auch die vielen Bäume zu Eigen gemacht zu haben. Die Birken erstrahlen im satten Grün und haben die Braun-Töne abgelegt. Die Sonne verzaubert förmlich die Fotos, die wir unterwegs machen. Im Hotel lassen wir den Abend ruhig ausklingen.

Tag 27, Do. 25.08.: Über Lathi nach Helsinki, Stadtrundfahrt, Fahrt zur Fähre, 220 km

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Lathi, denn dort haben wir einen Besuchstermin im Luhta Tower, im Hauptquartier von Rukka. Wir bekommen eine  Produktpräsentation und werden zum Mittagessen eingeladen. Der eine oder die andere nutzt die Gelegenheit, um im Outlet-Laden des Konzerns einzukaufen. Anschließend fahren wir auf direktem Weg in die finnische Hauptstadt Helsinki. Das Olympiastadion von 1952, die Felsenkirche, der Domplatz, der Markt am Hafen – es gibt so viel zu sehen. Aber nun drängt die Zeit, denn das Hansaterminal liegt weit im Osten der Stadt und wir wollen die Fahre nicht versäumen. Ein Grund mehr, noch einmal wieder nach Helsinki zu kommen.

Es passt. Wir sind zeitig da und rollen schon bald an Bord. Kurz nach der Abfahrt wird auch schon zum Abendessen gerufen. Die Mahlzeiten werden wieder in Buffetform serviert, einige nichtalkoholische Getränke wie Kaffee, Milch und einige Säfte sind ebenfalls eingeschlossen.  Da findet sich für jeden was.

Tag 28, Fr. 26.08.: Fährfahrt über die Ostsee nach Travemünde, Fahrt nach Hause 100 km

Nach einer ausgesprochen ruhigen Fährfahrt über die Ostsee erreichen wir Travemünde am nächsten Abend um 21.30 Uhr. Es dauert aber noch eine Weile, bis wir endlich von Bord fahren können. Jenseits der eigentlichen  Zollkontrolle, die aber nicht stattfindet, halten wir alle noch ein letztes Mal und verabschieden uns voneinander. Eine außerordentlich interessante Reise ist zu Ende. Nicht ganz – unsere Schweizer Mitreisenden bringen wir noch zu ihrem Hotel in Lübeck und lassen sie mit ihrer Menge an Gepäck zurück. Ich übernachte bei Egon, weil auch wir die Reise ausklingen lassen wollen – „abdampfen“, wie Egon das nennt. Außerdem muss ich am nächsten Morgen wieder zum Hotel der Hoogis, da ich ihr Gepäck nach Hamburg mitnehme, um es am Abend auch noch zum Autoreisezug zu bringen, mit dem sie nach Lörrach weiter fahren. Tja, die Erfahrung, dass es auch mit weniger geht, muss jeder selbst machen. Auf einer solchen Reise, insbesondere auch nach und durch Russland, gibt es eben viel zu erfahren, zu beobachten und zu lernen.

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