Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 12

Pause unterwegsGescheitert, die Dritte oder The long way round von Nowokuznetsk nach Abakan

Von Nowokuznetsk gibt es theoretisch eine Abkürzung am Oberlauf des Flusses Tom entlang Richtung Abakan. Zwei Mal hatte ich schon einen Versuch gestartet, dem Oberlauf des Flusses Tom zu folgen, um auf kleinen Wegen durch die westlichen Ausläufer des Sajangebirges nach Abakan zu gelangen, 1992 und 2001. Aber auch dieses Mal bleibt mir das verwehrt. Der Regen der letzen Wochen und verschiedene andere Umstände werden diesen Gedanken weiterhin als Traum bei mir belassen. Manchmal ist das eben so.

Wir schlängeln wir uns aus der Hauptstadt des Kusbass-Kohlezentrums. Erst zeigen sich am Himmel noch blaue Flächen, die Hoffnung machen. Allerdings zieht es nach kurzer Zeit deutlich zu und die Temperatur fällt, ein leichter Wind kommt auf. Ich halte, damit sich alle für den zu erwartenden Regen präparieren können. Und kurz danach geht es auch los. Aber es ist weniger heftig als erwartet. Irgendwo hinter Kemerowo lockt an einem Einkaufszentrum ein „Kafe“ mit einem Schaschlikgrill. Willkommene Gelegenheit zu einem Stopp. Arkapian, der Armenier ist begeistert über unseren Besuch. Noch mehr allerdings, als im Gespräch herauskommt, dass ich schon mehrmals in seiner Heimatstadt Stepanawan gewesen bin. Seine Schaschliks sind auch besonders lecker.

Arkapians Schaschlik Spieße

Arkapians Schaschlik Spieße

Unter dem Regen hindurch hören wir auf der Straße immer mal wieder ein sirrendes Geräusch. Obwohl es Sommer ist, lohnt es sich für eine Reihe von Autofahrern wohl nicht, andere Reifen aufzuziehen. Sie sind noch auf Spikereifen unterwegs. Im Laden nebenan sind die auch gerade im Angebot. Immer wieder werden wir auf unser Woher und Wohin angesprochen, teilweise auch in fließendem Deutsch. Schließlich erreichen wir Mariinsk und übernachten im Hotel „White Stone“. Auch die Motorräder kommen über Nacht sehr sicher unter.

Am nächsten Morgen trennen sich zum Teil unsere Wege. Wir hatten von der Rückrufaktion von BMW gehört, weil es bei den R 1200 GS und der GS Adventure unter Umständen zu einem gefährlichen Problem mit den Gabelstandrohren kommen kann. Bei 0,2 mm Spaltmaß sollten sie zwingend getauscht werden. Bei Micha Motorrad überschritt das mehr als das Doppelte. Nach mehreren hecktischen WhatsApp und Telefonaten bedeutete diese Rückrufaktion für ihn einen „kleinen“ Abstecher zur nächsten Vertragswerkstatt in Sibirien von über 400 Kilometern. Reinhard begleitet Micha nach Krasnojarsk als Dolmetscher und Jürgen fährt für eine kleine private Auszeit mit. Wir sehen sie erst ein paar Tage später wieder. Auch wir verlassen Mariinsk und queren das mittesibirische Bergland auf unterschiedlich guten Straßen nach Abakan. Wir haben eindrucksvolle Impressionen von Fauna und Flora und den Eingriffen der Menschen in diese herrliche Landschaft. Kurz vor Abakan holt uns ein überaus kräftiger Regenguss ein, den unsere Krasnajarskausflügler allerdings noch kräftiger erleben durften.

 

Jetzt lesen: „Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 13“

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