Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 8

Von Bingi nach Kurgan:
Besuch in Irbit im Ural Motorradwerk und im Museum

Die Gruppe mit ihren Motorrädern auf einer LandstraßeLeider regnet es wieder als wir aus Bingi abfahren. Sehen wir es positiv, alle sind traurig, dass wir diesen gastfreundlichen Ort verlassen, selbst der Himmel. Regendicht eingepackt verabschieden wir uns von Olga, Anke und Stefan und machen uns auf den Weg über Newjansk und Resch nach Irbit. Auf Grund der Streckenkenntnisse und der Erfahrungen meiner letzten Reisen durch diese Region kalkulieren wir vier Stunden für die 220 km lange Strecke nach Irbit ein, wo wir uns mit Sergej, dem Tourismusmanager am Stadtdenkmal verabredet haben.  Schon viel früher als geplant erreichen wir Resch, das 1773 im Zusammenhang mit der Errichtung eines Eisenwerkes entstand. In der Nähe der Stadt werden heute Nickelerze gefördert, die in der Stadt in einer großen Anlage verhüttet werden. Schon vorher und bis nach Irbit ist Resch von einem Landwirtschaftsgebiet umgeben. Große, nein riesige Getreide- und Rapsfelder durchqueren wir auf einer inzwischen neu angelegten und guten Straße. An einer Stelle wäre es fast schief gegangen – irgendjemand vor uns muss Öl verloren haben und der eine oder andere von uns kommt ein wenig ins Schlingern und Rutschen, aber es geht gut. Lange vor dem verabredeten Termin treffen wir in Irbit ein und nutzen die Zeit, um wieder aufzutanken, eine Pause zu machen und die von Ulla gebackenen Pfannkuchen zu verzehren.

Dann kommt Sergej. Freudige Begrüßung und wir folgen ihm zu einem ersten Stopp in das städtische Motorradmuseum. Wir werden zu einem Tee und Gebäck eingeladen und dann führt uns Victor durch die Ausstellung, die sich in einer der ehemaligen Produktionsstätten befindet. Hier sind nicht nur Motorräder aus der Produktion des Irbiter Uralwerkes ausgestellt, sondern auch die Modelle aus den anderen Werken der ehemaligen Sowjetunion. Wir sehen noch einige kurze Filme zu dem Thema an, dann führt uns Sergej weiter durch Irbit zum Werk. Ein wenig ist hier in den letzten Jahren getan worden, aber durch den Regen der letzten Tage und die hereingebrachte schwarze Erde ist es schlammig, höchste Konzentration ist erforderlich. Wir werden durchs Werk geführt und unsere Gruppe ist erstaunt, wie nahe sie an die Teile heran kann. 1200 Motorräder werden weiterhin pro Jahr hergestellt, sie sind bereits nach Europa und Amerika verkauft, bevor sie das Werk verlassen. Nach dem Rundgang stoppen wir noch kurz an dem weiteren Motorradmuseum, um einen kurzen Blick zu werfen und um meinem Freund Slawa guten Tag zu sagen. Dann verabschieden wir uns und machen uns auf die lange Etappe nach Kurgan.

Auf der Strecke nach Tjumen passieren wir die Grenze nach Sibirien. Gelegenheit für einen Fotostopp. Dann bringt uns die Strecke langsam in das weitläufige Westsibirische Tiefland, das etwa der siebenfachen Fläche Deutschlands entspricht. Es liegt zwischen dem Uralgebirge im Westen und dem Mittelsibirischen Bergland im Osten. Im Norden geht es ohne genau festgelegte oder direkt ersichtliche natürliche Grenzen nahtlos in das Nordsibirische Tiefland über. Im Südwesten werden wir später die Kasachische Schwelle überqueren. Tjumen passieren wir und sind beeindruckt von den vielen und großen Neubauten in dieser modern anmutenden Stadt, in der die Zentralen der russischen Erdölförderungen zu Hause sind. Dann haben wir eine erste Begegnung mit der uniformierten Art, aber die Jungs wollen nur mal Motorräder ansehen. Ein Stück weiter nehmen wir die Verkaufsangebote an der Straße war, und probieren mal sibirische Walderdbeeren und Waldheidelbeeren. Endlich erreichen wir Kurgan. Witzig, es ist das Hotel am Flughafen, in dem ich 25 Jahre zuvor mit Marcus und Sergej auf dem Weg nach Japan auch schon geschlafen hatte. Aber da die Flieger hier nachts nicht starten und landen, ist es eine ruhige Nacht.

 

Jetzt lesen: „Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 9“

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3 Gedanken zu “Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 8

  1. Volker von Appen

    Super Berichte. Kann mich richtig in Eure Tour und das Erlebte hinein versetzen. Gute Reise noch….

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    1. Steffen Witte

      Hallo Volker,

      gefällt uns, dass dir die Berichte gefallen! Wird auch noch mehr folgen, sobald Jürgen weiteres Material rüberschickt!

      Freundliche Grüße
      Steffen von urlaubs-gefluester.de

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  2. Pingback: Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 7

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