Havanna Travel Guide von Reisebloggerin Melina Alt

Melina Alt in Havanna auf KubaHey ihr Lieben. Zurück in Deutschland, wollte ich diesen Guide schon längst mit euch teilen, aber -wie ihr sicher selbst wisst- kommt immer etwas dazwischen und ich bin nun froh, dass er endlich online ist. Wir haben die Zeit in Kuba in Kooperation mit den Globetrotter Reisebüros verbracht, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen.

Bei Kuba stand kein Strandurlaub bei uns Beiden im Fokus, sondern nur Havanna. Havanna ist so schön, so gegensätzlich und doch vielleicht nicht für jeden etwas, da ein Havanna-Trip doch eher nichts für den Pauschalurlauber ist, der sich lieber gemütlich in einen Reisebus setzt und sich um nichts kümmern möchte. Denn so ein Kuba-Trip erweckt doch den Entdecker in Einem und das mag schon was heißen bei uns. Da Kuba sich doch so sehr von all den anderen Zielen unterscheidet, habe ich mich dafür entscheiden ein paar allgemeine Tipps mit euch zu teilen, um euch eure Reise etwas zu erleichtern. Außerdem habe ich noch einige unveröffentlichte Bilder für euch.

Sollte man Havanna überhaupt bereisen?

Havanna ist so gegensätzlich. Die Kombination aus der politischen Geschichte, der kubanischen Kultur, den bunten Oldtimern und den wunderschönen, im Kolonialstil gebauten, alten Häusern ist einnehmend. So sehr, dass ich wohl noch nie so viele Bilder in einen Blogpost gepackt habe wie in diesen hier.

Abseits jedoch von dem bunten Treiben hat Havanna auch eine ganz andere Seite. Ich persönlich glaube, dass die Stadt in den kommenden Jahren überrannt wird und man schnellstmöglich noch hinreisen sollte, wenn man das echte Havanna erleben will. Denn sobald die zahlungsfreudigen Ausländer die Grenzen passieren (und es ist ja wieder möglich), wird vom alten Flair nicht mehr viel übrig bleiben, da die maroden Häuser wohl kaum so leicht zu sanieren sind und sowieso schon teilweise in sich zusammenbrechen. Die Armut ist fast greifbar und -obwohl man sich nicht unsicher fühlt- sind doch einige Obdachlose Menschen zu sehen und auch diejenigen, die vermutlich nicht obdachlos sind, sind nicht gerade reich beschenkt worden. Nach einem Kuba-Besuch wird man richtig dankbar für das, was man hat. Für das Leben in Deutschland und auch die vielen Möglichkeiten, die einem schier unendlich vorkommen. Die Kubaner an sich wirken nicht traurig oder deprimiert. Vielleicht, weil sie es nicht anders kennen oder nicht wissen, was es wo anders für Möglichkeiten gibt, was auch viel besser ist. Den Aspekt der Armut sollte man auf jeden Fall im Auge behalten, wenn man so eine Reise anstrebt.

Gut zu Wissen:

Touristenkarte

Das Wichtigste vor jeder Kuba-Reise ist die Touristenkarte, die man im Vorhinein braucht. Üblicherweise -wie in den USA und Kanada- muss man ein Touristenvisum beantragen. In Kuba jedoch wird die Touristenkarte benötigt, die man entweder beim Reisebüro des Vertrauens- bei uns das Globetrotter Reisebüro- oder aber am Flughafen bekommt. Die Flughafenvariante ist aber nichts, was man am Abflugtag machen sollte, da es sein kann, dass der eigene Flughafen die Touristen Tickets nicht vorrätig hat. Was man unbedingt noch beachten sollte, ist eine Bescheinigung der Krankenversicherung fürs Ausland dabei zu haben. Am besten sogar auf spanisch, damit die Behörden, falls kontrolliert wird, gleich wissen um was es geht und es nicht zu unnötigen Diskussionen kommt.

Krankenversicherung

Ein auf Spanisch ausgestellter Versicherungsschein ist Pflicht bei jedem Kuba-Besuch. Andi und ich sind privat versichert und es hat uns nur ein Telefonat gekostet, dann hat unsere Privatversicherung uns den Versicherungsschein auf Spanisch per Post geschickt. Bei uns wurde das Vorhandensein nicht kontrolliert, aber ich würde Kuba unversichert auf keinen Fall besuchen. Ich habe beim Roten Kreuz kurz reingeschaut- da wird man schon vom Dreck, der da überall liegt, automatisch gesund.

Blauer Oldtimer in Havanna

Stimmung

Kuba ist der unorganisierteste Ort, an dem ich je war. Das fehlende Gepäck, unklare Zuständigkeiten, niemand wartet in einer Schlange, sondern drängelt sich vor etc. Von mir wurden sogar Fotos gemacht während Andi Fotos gemacht hat. Das Bild in dem roten Kleid haben ca. acht weitere Leute (auch andere Touristen) von mir gemacht. Die Touristen haben zwar freundlich gefragt, aber die Einheimischen nicht. Also ein guter Tipp für Kuba ist, dass man geduldig und freundlich blieben muss :-). Zudem sind extrem ausgeschnittene Tops und Kleider gar nicht so ideal, da die Kubanerinnen sich eher bedeckt kleiden und helle Haut und Haare in Kuba extrem gefragt sind.

Gepäck

Ohje, das Gepäck ist so eine Sache. Wir sind mit KLM von München über Amsterdam nach Havanna geflogen. Theoretisch sollte das Gepäck weitergereicht werden, praktisch ist es jedoch üblich, dass KLM das Gepäck vergisst. Man muss wirklich hinterher sein und sehr viel Eigeninitiative beweisen, denn nur nach ewig langem hin,- und herschreiben mit KLM per Whatsapp (was es nicht alles gibt) konnten wir am nächsten Tag unser Gepäck am Flughafen abholen. Andere Deutsche, die ebenfalls ihr Gepäck nicht bekommen haben, haben sich ganz auf KLM verlassen und ihre Koffer erst 2 Tage später (wenn überhaupt) erhalten. Super ärgerlich! Daher hier ein wichtiger Reisetipp für Kuba: Packt euch mehrere Outfits ins Handgepäck, samt Schlafzeug, Pflegeartikel etc. ein, damit wenn es hart auf hart kommt ihr für alles gewappnet seid.

Shopping

Lasst euer Shoppinggeld zu Hause, denn Kuba ist nicht Amerika. Bei vergessenem Gepäck kann man nämlich nicht kurz in die nächste Mall fahren und sich eindecken. Es gibt nichts. Wirklich nichts erwähnenswertes. Keine großartigen Shoppingcenter, keine süßen Shops, nicht einmal Supermärkte. Um die Ecke von unserem Hotel gab es zwar etwas „shoppingcenterähnliches“, wo es sogar Mango gab, aber diese Kollektion war gewöhnungsbedürftig und scheinbar das Luxuslabel schlechthin in Havanna, denn ein Mangokleid hat 180 CUC = 180 € gekostet. Es gab außerdem Mont Blanc- falls man seinen teuren Stift zu Hause vergessen hatte ;-). Aber ansonsten war man alleine auf langer Strecke ohne Gepäck. Daher war es ein riesen Zufall und ein großes Glück, dass wir zwei Notfalloutfits im Handgepäck hatten samt genug Pflegeartikel um die erste Nacht gut herumzubekommen. Che Guevara Shirts in XXL und Souvenirs bekommt man natürlich an jeder Ecke! Nur eignet sich so ein Shirt leider nicht für ein shoot.

Melina Alt

Währung

Kuba hat ein zwei-Währungen-System: Eine für die Einheimischen und eine für die Touristen, die CUC genannt wird. 1 CUC ist umgerechnet ungefähr 1 € wert und dementsprechend ist eine Reise für Touristen nach Havanna wesentlich teurer als für einen Einheimischen. Es gibt nicht allzu viele Geldautomaten in Havanna, daher haben wir -vorsichtshalber- am Flughafen genug Geld abgehoben bzw. getauscht, damit es für die kommenden Tage reicht. Um Die Ecke von unserem Hotel gab es aber auch noch einen vollen, funktionierenden Geldautomaten, was keine Selbstverständlichkeit ist. Übrigens wundert euch nicht wenn sich am Flughafen relativ lange Schlangen an den Geldwechselhäuschen bilden. Die Kubaner sind nicht die aller schnellsten und haben die Ruhe weg. Also plant ein wenig mehr Zeit ein wenn ihr in Kuba Geld tauschen wollt.

Internet

Wir Deutschen sind sehr verwöhnt, wenn es um so ein Luxusgut wie „Internet“ geht. Denn ein Luxusgut ist es in Kuba tatsächlich. Falls ihr mir während meiner Insta Storys auf Instagram gefolgt seid, wisst ihr, dass ich Internet hatte. Jedoch ist es so, dass es nur an öffentlichen Plätzen, wie am Flughafen und größeren Hotels, Internet gibt. Es gibt einen einzigen (!) Internetbieter in ganz Kuba und um Zugang zu diesem, doch sehr langsamen und unzuverlässigen Internet zu erhalten, muss man sich Internetkarten kaufen, die man entweder am Flughafen oder im eigenen Hotel kaufen kann. Die Zugangskarten unterscheiden sich jedoch, daher ist es nicht ratsam diese auf großen Vorrat zu kaufen. 1 Stunde Internet kostet 2 CUC = 2 €. Wir mussten uns doch einige Karten kaufen um überhaupt mit KLM „whatsappen“ zu können und so kann das Surfen mitunter richtig anstrengend werden, da man es nicht gewohnt ist dabei auf die Uhr schauen zu müssen, ob die Karte denn reicht und wie lange man noch Zeit hat.

Wo sollte man in Havanna wohnen?

Kuba-Reisende haben drei Möglichkeiten in Havanna zu übernachten: in den großen, historischen und staatlich geführten Hotels, in einem Air BnB Apartment oder den privaten „casa particulars“. Ich muss direkt dazu sagen, dass man in den privat geführten Unterkünften natürlich nicht so einfach Internet hat. Man muss auf die Straße gehen an einen öffentlichen Platz und darauf hoffen, dass man Internet findet. Ich glaube, das wäre nicht allzu einfach! Wir haben in einem der großen, staatlich geführten Hotels gewohnt: Dem Iberostar Parque Central. Das war anscheinend auch eins der „in“ Hotels in Havanna, da sich doch einige Menschen dort zu Meetings getroffen haben oder einfach nur zum Zigarre rauchen. Dementsprechend durfte man auch im unteren Bereich rauchen, was für einen Nichtraucher etwas nervig ist, aber ansonsten ist das Hotel super. Der Ausblick ist ein Traum auf Havana Vieja (die Altstadt von Havanna) und das Frühstück ist richtig toll. Frisches Ei (der Käse ist jedoch ganz merkwürdig, eher künstlich), Früchte und Smoothies. Es gab auch Schoko,- und Kokoskuchen- man konnte sich also nicht beschweren. Die Lage ist jedoch der eigentliche Grund für das Hotel: Man ist mittendrin. Mitten Im Geschehen. Denn dort, wo die Oldtimer parken, ist tatsächlich das Geschehen. Das Hotel liegt -als Dreh,- und Angelpunkt- wirklich Mittendrin und so kann man Havana Vieja auch leicht zu Fuß erkunden.

Wo sollte man Essen?

Essen ist bei mir immer ein sehr wichtiges Thema, da ich auch kein Schweinefleisch esse und selbst bei nicht koscherem Rind das Fleisch nicht essen möchte (bevor ihr fragt: man schmeckt nach dem ersten Bissen, ob es koscher ist oder nicht). Mein Menü -in Kuba zumindest- hat sich also auf Pizza, Pasta und Salat beschränkt. Es gibt keine Einkaufsmöglichkeiten in Havanna. Als „shopähnlich“ würde ich die zwielichtigen Lädchen bezeichnen, wo ein Mann viel eher in einer Hausausbuchtung oder einer offenen Tür steht und Wasser, Alkohol und Cola verkauft. Chips oder ähnliches sucht man vergebens- wir zumindest. Es war nicht einfach, aber ich habe doch ein paar Plätzchen gefunden, die man empfehlen kann. Natürlich gibt es sicher auch einige Restaurants in und um Havanna, die cool sind, „echt kubanisch“ etc., aber bei dieser Geschichte spielt Hygiene für mich eben auch eine große Rolle. Nur weil es echt kubanisch aussieht, heißt das noch lange nicht, dass ich dort gerne essen möchte. Zudem unser nächstes Ziel México war und ich keine Lust auf eine Magenverstimmung hatte.

1) D´Next Bar Café
Wir haben das D´Next Bar Café eher zufällig gefunden und es hat sich als kleiner Schatz erwiesen. Es ist genau an diesem wunderschönen, bunten Haus von meinem Instagrambild (hier klicken) gelegen und somit sehr zentral. Man muss dort regelmäßig anstehen, da die Tischanzahl beschränkt ist und das Café sehr beliebt ist. Es ist nämlich super modern (mit einer importierten Kaffeemaschine aus Italien), Nespresso Kaffee und richtig leckerem Essen. Wir hatten dort Pizza, Pasta, Andi hatte Burger, Pfannkuchen und Milkshakes. Es sieht Diner-ähnlich aus (wie ihr sie aus den amerikanischen Filmen kennt) und ist in Havanna einer der beliebtesten Spots.

2) Museo del Chocolat
Das Schokoladenmuseum ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Es ist super süß, wir haben heiße Schokolade getrunken, Pralinen gegessen und man kann dort sogar kubanische Zigarren aus Schokolade kaufen.

3.) Prado Y Neptuno
Im Prado Y Neptuno findet man einen fröhlichen Mix aus Einheimischen und Touristen in gemütlicher Atmosphäre. Das Prado Y Neptuno ist daher ideal um dort zu Abend zu essen, da die Stimmung gegen Abend nochmal lockerer wird. Die Pasta ist zwar nicht so gut wie die Pizza, aber überdurchschnittlich gut für kubanische Verhältnisse.

Was sind meine Lieblingsplätze in Havanna?

Die Altstadt von Havanna (La Habana Vieja)
Wir haben in La Habana Vieja, der Altstadt von Havanna, gewohnt und das war auch mein liebster Spot in Havanna. Die historische Altstadt gehört nicht umsonst zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Hotelwahl in La Habana Vieja war -ganz unbewusst- die Beste, die wir hätten treffen können. Seit Blogeröffnung und seitdem wir zwei so viel Reisen, ist das Fotografieren Andis und damit auch mein Hobby geworden. Havanna bietet da die schönsten Plätzchen und Ecken, die ich je gesehen habe und so kann man stundenlang mit großen Augen durch die Straßen laufen. Kein Haus ähnelt dem anderen. Die im kolonial Stil erbauten Häuser sind dermaßen detailverliebt am Leben erhalten worden, dass man sich nur vorstellen kann, wie zu den besten Zeiten Havannas jeder regelrecht in einem Schloss gelebt hat. Die vielen Kunstgalerien, schönen Häuser, kleinen Souvenierläden und versteckten Plätzchen machen die Altstadt zu einem Muss bei jeder Kuba-Reise.

Oldtimer
Eine Reise nach Kuba fühlt sich an wie eine Zeitreise. Als der erste Oldtimer an unserem Taxi vom Flughafen in die Stadt vorbeigefahren ist, musste ich einfach grinsen. Ich habe ja eine Schwäche für alte Autos und würde selbst gerne daran herumschrauben können- ansonsten lohnt sich so ein alter Käfer, Mini oder Fiat nämlich nicht. Somit ist eine Fahrt in einem der Oldtimer ein Muss in Havanna. Zu finden sind die Autos genau gegenüber von unserem Hotel, dem Iberostar Parque Central. Die Preisrange bewegt sich zwischen 25 – 50 CUC (= 25 – 50 €) pro Stunde ist damit nicht besonders günstig. Ihr müsst aber auf jeden Fall verhandeln- da ist preislich immer etwas möglich. Beachtet aber, dass ihr die Autos natürlich nicht selbst fahren dürft. Für die Meisten der Autobesitzer sind die Oldtimer die einzige Einnahmequelle, daher habt ihr für die Stunde auch einen eigenen Fahrer, der sich in Havanna bestens auskennt.

Rauche eine kubanische Zigarre!

Kubanische Zigarren sind als die besten auf der Welt bekannt. Zum einen sind es die fantastischen klimatischen Bedingungen unter denen der Tabak wachsen kann, aber auch die jahrelange Erfahrung, die über die Zeit hinweg perfektioniert wurde. Man kann in der alten Partagas Zigarren Fabrik direkt hinter dem Capitol noch Zigarren kaufen, obwohl sie bereits geschlossen ist. Im angrenzenden VIP-Room kann man seine Zigarren dann gleich rauchen. Ansonsten werden in den staatlich geführten Hotels ebenfalls Zigarren verlakuft, die man auch dort direkt meist in der Lobby rauchen kann. Ein Mojito im La Bodeguita del medio ist auch zu empfehlen- wenn man auf Hemingways Spuren wandeln möchte.

Terrasse in Havanna

Trinidad & Vinales Valley

Wir hätten so gerne noch mehr von Havanna gesehen, aber die Zeit war knapp, unsere Koffer waren erst einen Tag später da, und der Stress groß. Trinidad und Vinales Valley sollen auf jeden Fall super schön und empfehlenswert sein!

Wie gefällt euch der Guide? Würdet ihr gerne mehr Travel Guides von mir sehen? Und war jemand von euch schon einmal in Havanna?

– Eure Melina ♥

Möchtet ihr auch gerne mal Kuba oder speziell Havanna besuchen? Dann lasse dich in einem Globetrotter Reisebüro in deiner Nähe beraten!

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