Hurtigruten – die schönste Seereise der Welt im Winter!?

Das Globetrotter Reisebüro Team in Hamburg Rissen hat im Februar 2010 eine Hurtigruten-Gruppenreise aufgelegt, an der ich als Reisebegleitung teilgenommen habe.

Tag 1, 10.02.2010 Anreise
Die Reise beginnt in Kiel, wo ich die elf Reiseteilnehmer treffe. Wir gehen an Bord der Color Magic, die um 14:00 Uhr Richtung Oslo ablegt. Nach einem Empfangscocktail zum Kennenlernens genießen wir das skandinavische Buffet, ein erster Vorgeschmack auf „Fisch satt“ während der nächsten zwei Wochen. Nach dem Abendessen bleibt Zeit, das Schiff kennen zu lernen. Obwohl als Fährschiff gebaut, bietet es viele Annehmlichkeiten eines richtigen Kreuzfahrers. Sogar ein Schwimmbad gibt es an Bord.

Tag 2, 11.02.2010 Oslo – Bergen
Beim Buffet Frühstück treffen sich „meine Leute“ nach und nach wieder. Wir freuen uns auf die Fahrt mit der Bergen Bahn von Oslo nach Bergen. Die Strecke ist für ihre reizvolle, abwechslungsreiche Landschaft berühmt. Pünktlich beginnt die 6-stündige Fahrt durch eine tief verschneite Gebirgszauberwelt. Äste biegen sich unter der Schneelast und im Frost erstarrte Wasserfälle hängen an der Felsen. Die Bahngleise schrauben sich auf 1222 m hinauf. Bei ca. 500 m über NN beginnt die Baumgrenze, jetzt ist die Welt soweit das Auge reicht eine glatte weiße Hügellandschaft. In Bergen bringt uns ein Transferbus vom Bahnhof direkt zu unserem Hurtigruten Schiff, der „Kong Harald“. Die Einschiffung erfolgt schnell und unkompliziert. Jeder erfrischt sich schnell in der Kabine, dann geht es zum Essen (Buffet) in das Restaurant. Die Bedienung spricht mehrere Sprachen, am wenigsten deutsch. Mit Händen und Füßen können wir uns verständlich machen. Nach dem Abendessen und den vielen Eindrücken des Tages freue ich mich auf eine ruhige Nacht in meiner Kabine.

 

Tag 3, 12.02.2010 Ålesund – Molde
Der Tag beginnt entspannt. Der Landgang ist erst ab 12:00 Uhr vorgesehen, also ist Zeit für ein gemütliches Frühstück. Am warmen und kalten Buffet gibt es Fisch, Käse, Marmelade, Müsli, Saft, Kaffee, Tee und vieles mehr, für jeden Geschmack ist etwas Leckeres dabei. Nach dem Frühstück genießen wir die Aussicht und das Nichtstun in der Panorama Lounge. Mittags gehen wir von Bord um Ålesund zu erkunden. Nach einem Brand 1904, der einen Großteil des Stadtkerns zerstörte, wurde die Stadt innerhalb von drei Jahren im Jugendstil wieder aufgebaut. Einige Straßenzüge mit renovierten Gebäuden aus der Zeit sind noch vorhanden. Zurück an Bord nehme ich wieder Platz in der Panorama Lounge. Am Nachmittag haben wir die Gelegenheit eine Stunde lang durch Molde zu spazieren. Die Stadt wirkt wesentlich gepflegter und lebendiger als Ålesund. Auch nach dem Abendessen (Menü) sitzen wir noch in der Panorama Lounge, schauen auf die vorüberziehende Landschaft und führen angenehme Gespräche.

 

Tag 4, 13.02.2010 Trondheim
Heute legen wir in Trondheim an. Ich nehme an einer geführten Stadtrundfahrt teil, während der wir auch den mittelalterlichen Nidaros-Dom besichtigen. Trondheim, auf drei Inseln erbaut, bietet ein ansehnliches Stadtbild mit interessanter Architektur, viel Glas aber auch Holz (dem historischen Vorbild nachempfunden). Die Ufer des Trondheim Fjords säumen hohe und niedrige, zerklüftet und glatte Felsen bis zum offenen Meer „Frohavet“. Wir erreichen es gerade, als die Essenszeit beginnt. Zum Durchqueren des Speisesaals ist daher der Seemannsgang erforderlich.

 

Tag 5, 14.02.2010 Bodø – Svolvær
Am frühen Morgen haben wir den Polarkreis überquert und vormittags erfolgt auf dem Sonnendeck die Polartaufe mittels einiger Eiswürfel, anschließend gibt es einen Aquavit zum Aufwärmen. Drei Stunden liegt das Schiff in Bodø, einer Stadt mit 43.000 Einwohnern. Bei Sonnenschein und knirschendem Schnee (-6°C) flanieren wir durch die Stadt . Um 21:00 Uhr erreichen wir Svolvær auf den Lofoten. Weil ich die angekündigten Fischfrikadellen um 23:00 Uhr auf dem „Sonnendeck“ probieren und anschließend den Trollfjord sehen möchte, besuche ich zur Überbrückung des Abends die Ausstellung Magic Ice (Eisskulpturen). Beim Genuss der Fischfrikadellen, die anders als erwartet, aber nicht schlecht schmecken, bewundern wir die strahlenden Sterne, die uns größer und heller als zu Hause erscheinen.

 

Tag 6, 15.02.2010 Tromsø
Bei Sonnenschein fahren wir gegen Mittag in den Hafen von Finnsnes ein. Bei der Abfahrt stellen sich die Fotografen in Positur, um die Gisund Brücke zu fotografieren. Doch als das Schiff auf die Brücke zufährt, „schüttelt Frau Holle die Betten“, dichter Schneefall nimmt die Sicht. Es schneit eine ganze Weile aber als wir am frühen Nachmittag in Tromsø anlegen, ist der Himmel wieder klar. In Tromsø gehe ich auf „Spurensuche“, hier war ich 2003 schon einmal. Vieles ist neu, Bekanntes teilweise verschwunden.
Um 21:30 Uhr können wir an Deck Stockfisch probieren. Mit diesen spät abendlichen Aktionen lockt die Besatzung die Passagiere an Deck, denn es besteht die Chance, das Nordlicht zu sehen. Mit wenigen anderen harre ich trotz der Kälte bis Mitternacht an Deck aus. Wir werden belohnt: Am Himmel fällt eine diffus, rosig schimmernde Wolke auf. Sie färbt sich intensiver, vergrößert sich zu einer Fläche von ca. drei Fußballfeldern, verblasst so eine Weile, zerfließt dann in mehrere Teile, plötzlich ist nichts Farbiges mehr am Himmel zu sehen. Total durchgefroren gehe ich glücklich schlafen.

 

Tag 7, 16.02.2010 Nordkap
An diesem Morgen nehme ich zusammen mit einigen Mitreisenden an einer Führung auf der Brücke teil. Diese hochtechnische, computergesteuerte Angelegenheit übersteigt mein Fassungsvermögen. Der Anblick des handgeschriebenen Logbuches löst förmlich Freude bei mir aus. Mittags leert sich das Schiff, wir laufen Honningsvåg an, von hier starten die Ausflüge zum Nordkap. Ich mache einen ausgiebigen Spaziergang durch den Ort, der auf mich sehr pittoresk wirkt mit seinen bunten Häusern, die an den Hängen über dem Hafen kleben. Hier sehe ich auch die Steh-Schlitten, die wie Tretroller benutzt werden. Kinder fahren damit zur Schule, Frauen zum Einkaufen. Um 17:00 Uhr bittet der Kapitän uns wieder an Deck, ein Fischer bringt Königs- bzw. Kamtschatka Krabben an Bord. Die lebenden Riesenkrabben sind ein begehrtes Fotomotiv. Später finden wir die essbaren Teile auf dem Buffet wieder.

 

Tag 8, 17.02.2010 Kirkenes
Nach dem Frühstück erreichen wir das tief verschneite Kirkenes. Ich nehme teil an einem Ausflug zur russischen Grenze, verbunden mit einer Stadtrundfahrt. Zu der kleinen Grenzstation fahren wir durch eine fast unbewohnte hügelige Taigalandschaft, die zum Wandern einlädt. Wieder an Bord verbringe ich die Zeit mit Lesen, immer unterbrochen von Ausblicken auf die vorbeiziehende Landschaft. Gegen 16:00 Uhr, es ist schon dunkel, laufen wir Vardo an. Der Aufenthalt erlaubt einen kurzen Ausflug im Schneegestöber zur Festung Vardohus von 1737.

 

Tag 9, 18.02.2010 Hammerfest
Ein sonniger Morgen zieht mich nach dem Frühstück an Deck, ca. 1 Stunde kann ich der Kälte trotzen. Mittags sind wir in Hammerfest, für einen Stadtgang haben wir eine Stunde Zeit. Kalter Wind beißt im Gesicht, vielleicht erscheint mir Hammerfest deshalb als die unwirtlichste der Städte, die wir während der Reise kennengelernt haben.
Gegen Abend ertönt die Durchsage „Nordlicht“, schnell ziehe ich mich warm an und eile an Deck, ein langgezogener Schleier schwebt am Himmel. Nach dem Abendessen harren wieder einige Unentwegte aus in Nacht und Kälte unter sternklarem Himmel. Ein diffuser hellgrauer Schleier weht etwa 5 Minuten lang am Himmel als Belohnung.

 

Tag 10, 19.02.2010 Raftsund
Heute ist der vorletzte Tag an Bord, die Gedanken richten sich langsam Richtung Heimat. Nach 2 Wochen leckerem skandinavischem Buffet denken wir an Erbsensuppe und Kohleintopf. Mittags ist eine Stunde Aufenthalt in Stokmarnes, die Zeit genügt für einen Rundgang durch das Hurtigruten Museum. Der enge Raftsund ist am Nachmittag der Höhepunkt.

 

Tag 11, 20.02.2010
Der letzte Bordtag, Wehmut breitet sich aus. Auf dem Sonnendeck wird die Zeremonie anlässlich des Verlassens des Polarkreises veranstaltet. Es wird Lebertran mit Schnaps gereicht. Ich verzichte. Der nächste Hafen kann auf Gund der Windverhältnisse nicht angelaufen werden. Abends geht es dann ans Koffer packen.

 

Tag 12, 21.02.2010 Trondheim
Ende der Hurtigruten Seereise in Trondheim. Sieben Stunden Bahnfahrt nach Oslo liegen vor uns. Die Strecke durch das Ganstal (und ewig singen die Wälder…) ist wunderschön, es muss erst kürzlich geschneit haben, Terrassen, Autos, Zaunpfähle und Dächer tragen dicke Mützen. Im Hotel Royal Christiania, das wir zu Fuß vom Bahnhof aus erreichen, wartet ein großzügiges Zimmer mit Kaffee- u. Teekocher, der wird sofort genutzt. Zum Abendessen landen wir bei „Egon“ in der Nähe des Hotels. „Egon“ ist eine Kette, die mir schon in verschiedenen Häfen auffiel. Es werden kleine Gerichte sowie Pizza und Salate serviert, alles für den schmalen Geldbeutel.

Tag 13, 22.02.2010 Oslo
Mit Leckereien von einem üppigen Frühstücksbuffet beginnt der Tag, ehe wir um 09:30 Uhr zur Stadtrundfahrt aufbrechen. Durch sehenswerte Stadtteile geht es hinauf zum Holmenkollen, dort wird gerade eine neue Sprungschanze gebaut. Bevor wir am Color Line Anleger aussteigen, besichtigen wir noch das Rathaus. Heute ist einigen aus unserer Gruppe nach Pizza, wir treffen uns im italienischen Restaurant, danach genießen wir noch einen Cocktail in der Lounge auf Deck 13, erleben die Show im „Theater“ (überraschend gut) und verabschieden uns dann bis zum Frühstück.

Tag 14, 23.02.2010 Ankunft in Kiel
Der Globetrotter Transfer Bus bringt uns vom Terminal zurück nach Rissen. Auf der Fahrt nach Hamburg hängt jeder seinen Gedanken nach und lässt vermutlich die zurückliegenden Erlebnisse Revue passieren.

Ein Bericht von Traute Zocholl.
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