Krakau im Advent

Heike Reumann-Köster vom Gruppenspezialisten Globetrotter Tours hat Krakau in der Adventszeit erkundet:

Musikalische Einstimmung

Peter und Paul KircheDas passt – während wir durch die Straßen der Krakauer Altstadt stapfen, beginnt es leicht zu schneien. Es ist kalt und duftet nach Glühwein. Der Wind beginnt die Schneeflocken waagerecht vor sich her zu treiben.
Endlich erreichen wir die Peter und Paul Kirche. Vorbei an den Figuren auf der Umrandung steigen wir die Stufen zum Kirchenvorplatz hoch, überqueren ihn rasch und sind froh in der Kirche zu sein, denn der Schneefall hat noch zugenommen. Direkt vor dem Altarraum sind noch Plätze frei. Welch ein Glück, sogar unter den Heizstrahlern. Gleich darauf beginnt das Konzert. Sechs junge Musiker, fünf Streicher und Streicherinnen begleitet von einem Cembalo, nehmen uns mit auf einen Streifzug durch barocke und aktuelle Musik. Wir genießen diese kleine Auszeit sehr. Die Kirche bietet einen wunderbaren Rahmen und hat dazu eine hervorragende Akustik. Ganz erfüllt treten wir nach draußen.

Krakauer Weihnachtsmarkt

Der Schneefall ist mittlerweile noch stärker geworden. Also Mütze auf, den Schal fester zugezogen und wir verlassen das Kirchengelände in Richtung des Marktplatzes. Die Straßen sind festlich beleuchtet und es sind viele Menschen unterwegs. Sie strömen alle in den Bereich der alten Tuchhallen. Dort ist gegenüber der Marienkirche der Krakauer Weihnachtsmarkt aufgebaut. Er war der erste seiner Art in ganz Polen und besticht durch seine Lage inmitten des mittelalterlichen Marktplatzes zwischen den Tuchhallen und der Marienkirche. Berühmt sind hier die vielen ausgestellten Weihnachtskrippen, an denen Privatleute oft das ganze Jahr mit viel Fleiß und Herzblut basteln.
Neben vielen unterschiedlichen kunsthandwerklichen Dingen gibt es auf dem Weihnachtsmarkt auch eine ganze Reihe von leckeren schlesischen Kleinigkeiten zu essen und zu trinken. Am meisten spricht uns ein warmer und geräucherter Schafskäse an und natürlich – wenn wir denn schon in Krakau sind – eine Krakauer. Danach wärmen wir uns mit einem heißen galizischen Glühwein. Er schmeckt ganz anders als der bei uns häufig verkaufte. Dieser hier ist kräftig und schmeckt wie wirklich selbst gemacht.

Weihnachtsmarkt Krakau Weihnachtsmarkt Krakau Weihnachtsmarkt Krakau Tuchhallen Krakau

Kazimierz – jüdisches Viertel und Szenetreffpunkt

Am nächsten Morgen besuchen wir das 500 Jahre alte jüdische Viertel in Kazimierz, das als Kulisse für den mit zahlreichen Oscars ausgezeichneten Film „Schindlers Liste“ diente.
Der historische Krakauer Stadtteil beheimatete einst eine der größten jüdischen Gemeinden Europas und findet heute Schritt für Schritt zu alter Größe zurück.
Kazimierz gilt wegen seiner vielen flippigen Kneipen und Kaffeehäuser auch als Szenetreffpunkt. Ein Stadtteil voller Gegensätze: Juden mit traditionellen Bärten und Zöpfen, Discogänger, Synagogen und Restaurants in unmittelbarer Nähe zu coolen In-Lokalen. Hier leben alle Menschen friedlich miteinander, es herrscht ein einzigartiges Flair und es ist ein besonderer Ort, wohl einzigartig in Europa!

Jazzkneipe Synagoge

Unterwegs in Schlesien

Nachmittags fahren wir weiter nach Schlesien. Den ganzen Tag schneit es und alles ist weiß und friedlich und von einer wunderbaren Zuckerhaube voller Schnee bedeckt.

In der Region vollzieht sich derzeit ein Strukturwandel, weg vom Bergbau, hin zum modernen Dienstleistungszentrum. Wir besichtigen Kattowitz und schauen uns die Bergarbeitersiedlung Zabzre (Hindenburg) an. Hier befindet sich die Zeche „Guido“. Wir werden durch das Bergwerk geführt und nehmen unter Tage unser Abendbrot ein. Das ist schon ein ganz besonderes Erlebnis!

Für den Samstag haben wir uns die Besichtigung des heiligen Annaberges vorgenommen.
Der Berg der heiligen Anna gehört zu den höchsten Erhebungen in ganz Schlesien und ist schon von weither sichtbar. Hoffentlich kommen wir überhaupt hin. Es schneit dicke Flocken und wir hoffen, dass die Straßen geräumt sind. Die hiesige Ansiedlung diente einst als heidnische Kultstätte und beheimatet heute ein Franziskanerkloster. Wir sind beeindruckt von dem Reichtum und der Feierlichkeit der Kirche.

Die nächste Station ist eine Besichtigung des Sanktuariums und des Barockpalastes in Kamien Slaski (Groß Stein). Wir werden ganz herzlich zu leckerem Butterkuchen und einer guten Tasse Kaffee eingeladen. Der Deutsch sprechende Pastor hat uns beeindruckt!

Oppeln

Im Rahmen der Stadtbesichtigung in Oppeln bestaunen wir das „schlesische Venedig“ unter Schnee und sind froh zum Mittagessen ein schönes Restaurant zu finden. Das an der Oder gelegene Oppeln war Hauptsitz eines Herzogtums und aus dieser Zeit stammen die wertvollen Bauwerke. Sehenswert sind der Piastenturm auf der Pasieka Insel, Fragmente der Wehrburg, das Amphitheater sowie der Marktplatz mit seinem Rathaus, das dem in Florenz nachempfunden ist.

Krakau – Königsstadt und Weltkulturerbe

Am späten Nachmittag kehren wir nach Krakau zurück, um am Abend in einem jüdischen Restaurant bei ungewohntem Essen ein Klezmer Konzert zu genießen.

Am Sonntagvormittag nehmen wir  an einer Stadtführung zu Fuß teil. Gut eingemummelt in Schal und Mütze, mit warmen Handschuhen und dicken Socken erkunden wir die tausendjährige Königstadt Krakau.

Das Straßennetz der Altstadt ist seit 1257 unverändert und die altertümlich gemauerten Häuser versprühen einen ganz besonderen Reiz. Wieder beeindruckend ist der Marktplatz mit seinen Tuchhallen und der Marienkirche mit dem handgeschnitzten Marientod Altar von Veit Stoß. Die komplette Altstadt steht auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und dort befinden sich zahlreiche Kaffeehäuser, Restaurants, Bars und Jazzkneipen.
Die nächste Station ist die weltberühmte Jagiellonen-Universität, an der schon Nikolaus Kopernikus und Papst Johannes Paul II studierten.
Der letzte Punkt des Rundgangs ist das Wawelschloss mit Kathedrale, einstige Residenz der polnischen Könige.
Unsere Zeit läuft davon. Gern hätten wir noch das Czartoryski-Museum besucht. Hier befindet sich Leonardo da Vincis berühmtes Gemälde „Dame mit Hermelin“.
Aber wir müssen zurück zum Flughafen. Doch das war sicher nicht unser letzter Besuch in Krakau!

Ein Besuch in Krakau ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert, in der Adventszeit kommt die Weihnachtsstimmung hinzu, die Krakau noch ein kleines bisschen schöner macht.

Sie möchten selbst in der Gruppe nach Krakau reisen? Sprechen Sie mich gern an, ich erstelle Ihnen ein unverbindliches Angebot ganz auf Ihre Gruppe zugeschnitten.

Ein Gedanke zu “Krakau im Advent

  1. au pair nanny

    Das ist ein schöner Artikel mit wundervollen Fotos, die uns die Stadt näher bringen und zum träumen einladen. Sieht es schön aus im Winter.

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