Menorca – Perle der Balearen

Nina Holstein aus dem Globetrotter Reisebüro Barmbek war im Mai 2011 mit Wikinger Reisen und dem Spanischen Fremdenverkehrsamt auf Menorca und berichtet von ihren Erlebnissen.

Erste Eindrücke von Menorca

Am Nachmittag treffen wir am Flughafen Menorca unsere fröhliche, aufgeschlossene und in die Insel verliebte Reiseleitung Jutta Vaupel. Jutta lebt schon seit ca. 20 Jahren  auf Menorca und leitet neben Wander- und Kulturreisen für Wikinger Reisen auch einige Tagesausflüge und verschiedene andere Gruppen.

Schon auf dem Weg vom Flughafen wird auch mir schnell klar, dass „Perle der Balearen“ nicht gelogen ist. Im Gegensatz zur großen Schwester Mallorca wirkt Menorca sehr sauber, aufgeräumt und sehr beschaulich. Mit ca. 700 km² ist die Insel noch etwa 55 km² kleiner als meine Heimatstadt Hamburg. Das zeigt, wie übersichtlich die Insel ist und wie schnell alles zu erreichen sein wird. Gut so, denn wir haben für unser „Speed Dating“ mit Menorca nur ca. 65 Stunden Zeit.

Menorca zeigt sich uns sehr hügelig und grün. Die Hauptstraße durch die Insel, die von Ciutadella im Westen nach Mahon im Osten führt, ist in jede Richtung einspurig, bei Steigungen wird sie hier und da etwas breiter. Autobahnen gibt es nicht. Links und rechts zweigen Straßen zu urigen Fischerdörfern, verwunschenen Stränden oder Touristenzentren ab. Wobei Touristenzentrum hier etwas ganz anderes bedeutet als beispielsweise auf Mallorca. Alles in Allem ist die Insel sehr grün und waldreich und von der Landwirtschaft geprägt, die sich wunderbar in die Natur integriert.  Auf dem Weg zum Cap de Cavalleria sagte z.B. ein Mitreisender „Wir sind auf Kuhsafari“, weil wir durch die schmalen, von Felsmauern gesäumten und daher fast britisch anmutenden Straßen fuhren und am Wegesrand mitten in mannshohem Ginster ganz versteckt Schwarzbunte sahen.
Der ursprüngliche Norden ist felsig und geprägt von schroffen, zerklüfteten, zum Teil fjordartigen Küsten, der Süden wirkt sanfter, die Küste ist weniger zerklüftet, hat schönere und vor allem auch längere Strände und deshalb mehr Tourismus.

Tag 1 Hotelcheck und Fahrt nach Ciutadella

Fahrt vom Flughafen an die Cala Galdana – Fahrtdauer ca. 35 Minuten. Wir checken ein im Hotel Audax, eines der größeren Hotels. Mit seinen ca. 200 Zimmern auf sieben Etagen wirkt es zunächst wie ein Klotz. Dieser Eindruck vergeht aber sehr schnell, wenn man erst einmal drin ist. Geschickt gebaut hat man bei einem Großteil der Zimmer einen tollen Meerblick bzw. seitlichen Meerblick mit Hauptblick auf den Pinienwald und einen sehr intimen Balkon. Nur wenn man vorn an der Brüstung steht, kann man auf die anderen Balkons gucken.
Einige Zimmer liegen nach hinten raus, die ich nicht empfehle, weil sie dunkler sind und der fehlende Blick aufs Meer schon gravierend ist. Bei den Zimmern mit seitlichem Meerblick, die zum Pinienwald liegen, sollten Sie wissen, dass der Hoteleingang darunter liegt. An Transfertagen kommt hier schon ab 6 Uhr morgens der erste Bus. Wer lärmempfindlich ist und bei offenem Fenster schläft, sollte hier den direkten Meerblick wählen.
Es gibt zwei mögliche Zimmervarianten (was die Ausstattung betrifft), modern in weiß, grün und dunkelbraun mit Wasserkocher oder ggf. Kaffeemaschine. Diese Zimmer sind sehr chic und werden seitens des Hotels als Premium Zimmer beschrieben. Außerdem gibt es die klassischen Zimmer, die mit Holz eingerichtet sind, daher etwas älter (aber in keinem Fall abgenutzt) und biederer wirken, aber sehr heimelig und zum Wohlfühlen.

Nach einer kurzen Pause treffen wir uns in der Bar, um nach Ciutadella aufzubrechen. Ciutadella war bis ins 18. Jh. Hauptstadt Menorcas und ist bis heute Bischofssitz und historisches Naturdenkmal. Alljährlich wird Ciutadella am 23. und 24 Juni zum Festes de Sant Joan (Das Fest der tanzenden Pferde) zum Schauplatz der spektakulären Reiterprozessionen, es gibt Konzerte, Tanz, Reiterspiele und ein Feuerwerk. Ein Tipp: Wikinger Reisen bietet eine Sonderreise zu diesem Fest an. Dieser Termin ist unbedingt eine Reise wert, besonders für Reiter und Pferdenarren, aber auch für alle, die Straßenfeste und mediterranes Flair lieben.

Tag 2 Streifzug über die Insel

Nach dem Frühstück geht es in das kleine Fischerdorf Fornells an der Nordküste der Insel. Fornells liegt an einer stillen, lieblichen, vier Kilometer tief einschneidenden, zwei Kilometer breiten Meeresbucht, der Badia de Fornells an der sonst rauen Nordküste.  Der Ort ist Heimat der Langustenfischer und für seine Caldereta weit über die Grenzen Menorcas bekannt. Die spanische Königsfamilie schaut hier gern während ihres Urlaubes vorbei. In der Bucht lohnt in jedem Fall ein Ausflug mit dem Seekajak.

Nach dem Besuch von Fornells fahren wir in Richtung Cap de Cavalleria, dem nördlichsten Punkt der Insel mit seinem weißen Leuchtturm. Weiter geht es nach Binimel-lá, von wo wir eine kleine Wanderung zur Cala Pregonda machen. Die Cala Binimel-lá ist mit ihrem roten, gröberen Sand und einer kleinen Süßwasserquelle sehr attraktiv und daher nicht ganz so ruhig, wie die nur 10 – 15 Fußminuten entfernte Cala Pregonda.

In der Cala Binimel-lá gibt es ein kleines Restaurant, in dem uns sogleich allerlei schmackhafte Tapas serviert werden und so genießen wir im Schatten der Bäume unser Mittagessen. Wir lernen direkt ein erfrischendes menoquinisches Getränk kennen. Tinto de Verano (Sommerwein) = Rotwein mit Fanta Limon. Klingt furchtbar, schmeckt bei 25° C aber toll und ist sehr erfrischend.

Nach einer Siesta springen wir um 17 Uhr wieder in unsere Wanderschuhe.  Auf einem gut ausgebauten, wunderschönen  Weg geht es durch den Pinienwald, bis wir nach ca. 20 Minuten unseren Abstieg über neue Holztreppen zur Cala Macarella, einem verwunschenen kleinen Strandabschnitt beginnen. In der ruhigen Cala Macarelleta nutzen ein paar Mitglieder der Gruppe gleich mal die restliche Abendsonne und die schöne Stimmung für ein kühlendes Bad.

Ein Bus bringt uns in nahegelegene Es Mercadal zum Abendessen. Das Restaurant Es Moli des Racó ist in einer 300 Jahre alten Windmühle untergebracht und wirkt zauberhaft. Wir verbringen einen lustigen Abend bei schmackhaftem Wein und authentischem,  menorquinischen Essen.

Tag 3 – Hauptstadt und Natur pur

Für heute hat uns Jutta einen ereignisreichen Tag angekündigt. Zunächst fahren wir in Richtung Mahón, die Hauptstadt der Insel. Die Stadt liegt am hochgelegenen Nordufer des ca. drei Meilen in das Land  eingeschnittenen Naturhafens.
Nach Baixamar, „hinunter zum Meer“, geht man des Vergnügens wegen. Die Hafenmeile offeriert nicht nur ein ständig steigendes gastronomisches Angebot, sondern auch vielfältige sportliche Aktivitäten rund ums Meer und eine weite Palette von Unterhaltungsmöglichkeiten, wie Souvenirshops, Bootsausflüge und die inselweit bekannte Gin-Destillation Xoriguer.

Mit Yellow Catamarans unternehmen wir zunächst eine 1-stündige Fahrt durch den Hafen. Auf den Booten schippert man durch den Hafen und bekommt in Spanisch, Englisch und Deutsch erklärt, was links und rechts zu sehen ist. Verschiedene Festungen wie z.B. La Mola, einst zur Verteidigung gebaut und dann als Militärgefängnis  genutzt, werden passiert. Auch von der größten Festung Sant Felip ist noch viel erhalten und wir passieren die beeindruckenden Mauern. In einer Bucht auf der Außenseite der Festung La Mola haben wir die Möglichkeit in die Rümpfe des Katamarans zu steigen und durch die Fenster das Leben im Meer zu beobachten. Besonders für Kinder ist das ein schönes Erlebnis. Diese Hafenrundfahrt kann ich nur empfehlen.

In direkter Nähe von Es Grau liegt „Albufera de És Grau“ – ein rund 3.400 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet, das der Hauptgrund dafür ist, dass Menorca 1993 zum Biosphärenreservat erklärt wurde. In dem Feuchtgebiet gibt es zahlreiche Pflanzen und Tiere, einige von ihnen endemisch. Der Naturpark reicht bis an den Strand und neben einem Feuchtgebiet finden wir hier auch einen Wachholderwald. Landschildkröten sind hier zuhause und uns umschwirren auf unserem Weg zahlreiche zarte, gelbe Schmetterlinge. Nach dem kleinen Spaziergang in herrlicher Landschaft fahren wir weiter zur vorgeschichtlichen Dorfanlage von Torralba. Die Torralba d’en Salort ist die wohl bedeutendste archäologische Fundstätte auf Menorca. Bei den ersten Ausgrabungsarbeiten im Jahr 1970 wurde hier eine prähistorische Siedlung freigelegt. Im Mittelpunkt der Kultstätte befindet sich eine Taula, ein Steinquader, der rund fünf Meter in die Höhe ragt und auf dessen Oberkante eine Steinplatte positioniert ist. Diese Taula ist der ganze Stolz der Insel, denn sie ist nicht nur die größte, sondern auch die schönste und am besten erhaltene Taula Menorcas.

Nach den architektonischen Funden machen wir uns auf in die beeindruckende Tropfsteinhöhle Cova den Xoroi“. Direkt an der Steilküste in der Nähe von Cala en Porter befindet sich diese Aneinanderreihung von Höhlen, die heute zur Bar und Diskothek im Einklang mit der Natur ausgebaut sind. Es ist der wohl schönste Platz, um den Sonnenuntergang über dem Meer und eine kühle „Caipomada“ (typisch menorquinisches Getränk) zu genießen. Dieser Ort ist unbestritten mein Top Spot auf Menorca!

Mein Menorca Fazit

Wir sind uns einig „Menorca ist eine tolle Insel, die zu Unrecht, aber auch zum Glück, hinter Ihrer großen Schwester zurücksteckt.“ Ich komme garantiert einmal wieder, ob mit Wanderschuhen oder Fahrradhelm weiß ich noch nicht.
Danke an Wikinger Reisen und das Fremdenverkehrsamt für eine erlebnisreiche Reise und dafür, dass Ihr mir Menorca gezeigt habt.

Einen ausführlicheren Bericht können Sie als pdf herunterladen:
Menorca-Reisebericht_Nina-Holstein

Sie möchten auch einmal nach Menorca? Sprechen Sie mich an, ich berate Sie gern im Globetrotter Reisebüro in Hamburg-Barmbek.

 

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