Mit dem RV von Los Angeles nach Las Vegas

Der Start unserer Reise war in Los Angeles. Bevor wir unserern Camper (RV) mieteten, wollten wir etwas von der Stadt sehen. Meiner Meinung nach sind hier 2 bis 3 Nächte absolut ausreichend, um die vielen der Highlights der Stadt zu erkunden. Mein Tipp ist eine Fahrrad-Tour entlang des Venice Beach! Das ist nicht anstrengend, denn man fährt gemächlich. Der Weg ist das Ziel!

Falls man viel in kurzer Zeit sehen möchte, bieten sich wie in jeder Großstadt auch hier die Hop-on/Hop-off Busse an! Wer mit Kindern reist, kann als Highlight noch die Universal Studios mit einplanen. Mein Hoteltipp für alle die „mittendrin“ wohnen möchten ist das Hotel Marina del Rey, direkt am Jachthafen Marina del Rey! Es ist ein tolles, komfortables Hotel mit Pool, Restaurant und tollem Ausblick aufs Wasser!

1. Etappe: Von der Großstadt in den Joshua Tree National Park

Im Randbezirk von Los Angeles übernehmen wir unseren Camper. Planen Sie hier mind. 2 Stunden ein, um alle vertraglichen Dinge und die Einweisung in Ruhe vor Ort zu erledigen! Wir (3 Personen) haben uns für einen 11 m langen Camper mit Slid Outs von Apollo entschieden.

Der Weg führte (leider in der Rush-Hour) auf dem 6 spurigen Highway raus aus L.A. in Richtung des Joshua Tree National Park. Mein Tipp für den ersten Campingplatz ist das Emerald Desert RV Resort (mit Full-Hook-Up) in Palm Desert. Neben sehr sauberen sanitären Einrichtungen gibt es hier auch einen Pool und einen großen Grillplatz.

Morgens ging es dann gleich ganz früh in den Nationalpark. Der Joshua Tree National Park ist eine Wüstenlandschaft und bildet den Übergang zwischen der Mojave Wüste und der Colorado Wüste. Symbol des Nationalparks ist der Joshua Tree, der in etwa wie ein großer Kaktus aussieht, aber zu den Liliengewächsen gehört. Die Bäume werden bis zu 18 m hoch und bis zu 900 Jahre alt. Außerdem bietet der Park spannende Stein-/Felsformationen und weitere kleine Gewächse.

2. Etappe: Ghost Town nahe Barstow und typische Diner

Meine nächste Etappe führte mich nach Barstow, einem kleinen Örtchen im San Bernardino County, am Fuße des Calico Gebirges. Hier kann man einen Abstecher in eine Ghost Town (alte Westernstadt) machen oder man genießt z.B. einen ausgiebigen Lunch in einem typischen 50er Jahre Diner. Mein Tipp hier ist Peggy Sues Diner in Yermo.

3. Etappe: Death Valley

Zunächst checken wir an diesem Morgen den Camper. Besonders wichtig war uns die Überprüfung der Wassertanks und den Getränken im Kühlschrank. Danach geht’s in Richtung des berüchtigten Death Valleys!

Das Tal des Todes liegt in der Mojave Wüste und ist der trockenste Nationalpark der USA! Hier stoppen wir u.a. am tiefsten Punkt der USA: Badwater (85,95 Meter unter NN). Dazu haben wir ca. 40 Grad Außentemperatur, was unsere Freude auf unsere Kaltgetränke im Camper ins unendliche steigert!

Das Ziel der Tagesreise ist der Sunset Campground an der Furnace Creek Ranch. Am Abend findet das Dinner natürlich wieder unter freiem Himmel statt. So fern ab jeglicher Zivilisation haben wir ein gigantisches Sternenzelt, an dem Sternschnuppen natürlich nicht fehlen durften! Dies ist einer der kostbarsten Abende der ganzen Route!

3. Etappe: Las Vegas

Leider müssen wir nach 2 Nächten wieder aufbrechen. Machen uns aber voller Vorfreude auf in Richtung Las Vegas! Die Fahrtdauer beträgt ca. 3 Stunden – ohne Outlet-Stopp! Hier angekommen testen wir mal einen Campground direkt in der Stadt: KOA Sams Town Campground. Dies ist tatsächlich nur eine Übernachtungsmöglichkeit auf einem Asphaltplatz. Trotzdem haben wir auch hier wieder Strom-, Frischwasser-, Abwasserversorgung und saubere sanitäre Anlagen. Außerdem bietet der Campground einen kostenlosen Shuttle zum Las Vegas Strip an! Für das Kontrastprogramm leisten wir uns eine letzte Nacht im Venetian Resort Hotel & Casino mitten in Las Vegas.

Wer das erste Mal in der Stadt ist, kann sich einen guten Überblick bei einer Hop on/Hop off Tour verschaffen! Wir haben uns entschieden unseren letzten Abend ganz klassisch zu verbringen, erst einmal zu einer Zaubershow: „Illusions by Jan Rouven“ im Tropicana Hotel und anschließend ab ins Casino vom Venetian.

Mein Tipp (dieser gilt für viele Casinos): spielen Sie ein wenig und genießen Sie die typische Atmosphäre, dabei sind dann die Getränke kostenfrei!

Mein Fazit als eigentlicher „Nicht-Camper“

Die Tour hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und eine Wiederholung ist fest geplant! Zum Beispiel der Highway No. 1 oder das Nappa Valley warten noch auf mich, um mit dem RV entdeckt zu werden! Mein persönlicher Tipp ist, den Camper lieber eine Nummer größer als zu klein zu wählen. Das fahren in den USA ist kein Problem, denn die Straßen und Parkplätze sind breiter, als bei uns! Zum Einparken war die Rückfahrkamera Gold wert.

Auch als Familienurlaub mit Kleinkindern ist es eine tolle Alternative, da man bzgl. Schlafpausen und Essen komplett flexibel ist. Außerdem können Kinder während der Fahrt angeschnallt an der Essecke z.B. malen und basteln, somit werden die einzelnen Fahrstrecken nicht langweilig!

Eine Inspiration für diese Route von Los Angeles nach San Francisco finden Sie z.B. in der aktuellen Geo Spezial „Mit dem Wohnmobil auf dem Highway 1“.

Zum Abschluss habe ich noch einmal die vier großen Anbieter der Recreational Vehicles unter die Lupe genommen und eine Checkliste zur Reiseplanung eines Camper-Trips durch Amerika zusammengestellt:

Die Wahl des richtigen Wohnmobiles – Vier Anbieter unter der Lupe

Apollo / Star  RV:

Apollo hat 5 verschiedene Modelle. Alle haben einen Generator, eine Markise und eine Rückfahrkamera. 4 Modelle haben ausfahrbare Seitenteile (=Slide Outs). Die Camper sind i.d.R. nicht älter als 2 Jahre.

Zu Apollo gehört auch die Vermietung Star RV. Diese haben die gleiche Ausstattung sind aber max. 12 Monate alt! Star RV ist der einzige Vermieter, der im All-Inclusive Angebot bereits die Einweggebühren mit eingeschlossen hat. Insgesamt umfasst die Flotte beider Unternehmen ca. 750 Camper. Diese beiden Anbieter eignen sich für Einsteiger und Wiederholer, die u.a. Wert auf Platz innerhalb des Campers legen und einen gewissen Komfort haben möchten. Gerade wenn man mit mehr als 2 Personen unterwegs ist, lernt man nach 3 bis 4 Tagen, jeden Quadratzentimeter Platz mehr zu schätzen!

Cruise America / Cruise Canada:

Ein Familienunternehmen mit über 40 Jahren Erfahrung. Sie bieten 3 verschiedene Fahrzeuggrößen an. Insgesamt haben Sie ca. 4000 Fahrzeuge. Auch dieser Anbieter eignet sich für Einsteiger und Wiederholer, die es einfach haben möchten! Das Motto heißt „Keep it simple“. Nicht die Ausstattung steht im Vordergrund, sondern die Flexibilität und das Abenteuer: Der Vorteil bei Cruise America ist, dass es eine sehr große Anzahl an Stationen gibt, was viele Möglichkeiten bei der Reiseplanung bietet. Durch die im Vergleich einfachere Ausstattung hat Cruise America oftmals die günstigeren Raten.

El Monte RV:

Auch El Monte ist ein renommiertes Familienunternehmen, welches sich bzgl. der Verfügbarkeiten auf das „Dreieck“: Los Angeles, San Francisco und Las Vegas spezialisiert hat. Hier findet man mit die größte Auswahl der Wohnmobil-Typen: Es gibt 6 verschiedene Modelle in der Flotte von ca. 1800 Fahrzeugen. Sie sind i.d.R. 2 bis 3 Jahre alt, aber es gibt auch Premier-Modelle (neu bzw. 1 Jahr alt) gegen Aufpreis. Wer als Ziel Kalifornien hat, hat hier eine gute Auswahl an Campern! Außerdem werden hier sehr viele Einwegmieten rückbestätigt!

Road Bear:

Ein kleiner und sehr qualitätsorientierter Anbieter! Es sind immer neuste Modelle (max. 1 Jahr alt). Da die Flotte von ca. 600 Fahrzeugen im Vergleich nicht ganz so groß ist, empfiehlt es sich immer, diesen Anbieter sehr frühzeitig zu buchen!

Auch kleine Modelle haben bei diesem Anbieter ein festes Bett, was man bei längeren Touren auf keinen Fall missen möchte! Außerdem bieten diese Camper sehr viel Stauraum in den Außenflächen. Neuerdings ist auch mobiles WIFI zu buchbar! Alle Pakete sind immer inklusive Transfer.

Der Vorteil für Einsteiger liegt hier bei der deutschsprachigen Einweisung! Außerdem liegt jedem Camper ein Bedienerhandbuch auf Deutsch bei! Das macht es einfach, falls mal ein Lichtlein blinkt oder man vergessen hat, wie und wann der Generator funktioniert. Wiederholer schätzen die komfortable Ausstattung! Natürlich gilt auch hier: Qualität hat seinen Preis!

Mit dem Camper durch Amerika – Tipps zur Reiseplanung

  1. Wo möchte ich starten / was will ich sehen?
    ->Wahl der entsprechenden Flüge + Hotel für die erste und ggf. für die letzte Nacht
  1. Was ist mir beim Camper wichtig? Komfort? Wie viele Personen reisen?
    ->Wohnmobiltyp festlegen!
  2. Welches Angebot ist für mich sinnvoll? Wie viele Meilen sind insgesamt geplant?
    -> Standard oder All Inclusive
    -> Ggf. Meilen-Pakete buchen
    -> GPS?!
    -> Transfer zur Viermietstation prüfen. Ist dieser bereits mit eingeschlossen?
    -> Campingausstattung (Stühle, Tische, Kopfkissen, Decken) inklusive?
  1. Wo möchte ich übernachten?
    -> Planung der Campingplätze. Dies ist z.B. wichtig in und um die Nationalparks, außerdem gibt es auch hier Komfortunterschiede (z.B.: Full-Hook-Ups, …)! Los geht’s!

Generell ist es sehr entspannt nicht mehr als 125 Meilen am Tag einzuplanen. Somit bleibt ausreichend Zeit auch mal spontan zu halten und die Landschaft auf sich wirken zu lassen! Bei meinem „Kurztrip“ fand ich besonders den Mix aus Großstadt und Nationalparks spannend.

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