Trinidad & Tobago – karibische Inselparadiese

Sabine MarquardtSabine Marquardt war vom 14. bis 22.07.2010 auf Trinidad und Tobago:

Auf Einladung des Fremdenverkehrsamts habe ich während eines einwöchigen Aufenthaltes die Gelegenheit gehabt, sowohl die meistens Sehenswürdigkeiten der Inseln zu erkunden, als auch zahlreiche Hotels zu besichtigen.

Trinidad & Tobago, die zusammen den gleichnamigen Staat bilden, sind vulkanischen Ursprungs und die beiden südlichsten Inseln der Kleinen Antillen. Somit bilden sie das „Tor“ zur Karibik. Die Süd-West-Spitze Trinidads ist nur ungefähr 11 km von der Küste Venezuelas entfernt. Tobago ist die kleinere Insel des Staates und liegt 30 km nordöstlich von Trinidad. Nach Trinidad fährt man um Geschäfte zu machen, die einzigartige Fauna und Flora zu genießen oder sich in den rauschenden Karneval zu stürzen. Nach Tobago eher um sich zu erholen, Baden, Tauchen und einfach nichts tun, „Limen“, wie die Einheimischen dazu sagen!

Die Anreise erfolgte bequem ab Frankfurt direkt nach Tobago mit Condor. Nach 10stündigem Flug traten wir gleich den Weiterflug von Tobago nach Trinidad an. Eine bequeme Angelegenheit, da die Flugdauer gerade mal 25 Minuten beträgt und der Komfort der modernen Maschinen von Caribbean Airlines in nichts denen der europäischen Airlines nachsteht. Am Abend bezogen wir unser Quartier für die nächsten 4 Tage: Das Hotel Kapor in Port of Spain, der Hauptstadt Trinidads. Eine Stadtrundfahrt in Port of Spain lohnt sich auf jeden Fall. Allerdings eher im Bus als zu Fuß, da die wenige Sehenswürdigkeiten zu weit auseinander liegen. Zu den weiteren Hotels, die wir besichtigt haben gehören das Hyatt Regency, das Carlton Savannah, das Coblentz Inn, sowie das Cascadia Hotel.

Gästen, die das erste Mal nach Trinidad reisen, würde ich empfehlen, die Inselausflüge mit Guide im Vorwege zu buchen. Man kann zwar auch einen Mietwagen buchen, muss sich allerdings an einem fremden Ort gleich mit dem Linksverkehr vertraut machen und mit den teilweise abenteuerlichen Zuständen der Straßen zurechtkommen.

Unser deutscher Guide Harry nahm uns gleich am ersten Morgen in Empfang um uns zu einem der zauberhaftesten Strände Trinidads zu entführen: die Maracas Bay im Norden der Insel. Über eine recht kurvige Straße erreicht man den traumhaften Strand nach ca. einer Stunde. Keine Hotels trüben die traumhafte Kulisse. Nur ein paar bunte Holzhäuschen säumen den Strand und preisen den köstlichen „Bake & Shark“ an. Gebackenes Haifischfilet eingepackt in eine Art Krapfenteig mit verschiedenen Salaten sowie mehr oder weniger scharfe Saucen. Unbedingt probieren! Den Besten gibt‘s bei Richard‘s.

Ein weiteres Highlight erwartete uns im Asa Wright Nature Centre, dem schönsten Naturschutzgebiet Trinidads. Die Fahrt dorthin zählt zu einer der atemberaubendsten Strecken ganz Trinidads und führt an Baumriesen, die mit ihrem Blattwerk die Straße überspannen, vorbei mitten durch den Regenwald. Auf der ehemaligen Plantage forschen heute Botaniker und Ornithologen aus aller Welt. Aber nicht nur für Forscher sind die rund 400 Vogelarten, 617 Schmetterlingsarten und über 700 Orchideen Spezies eine Augenweide, sondern auch für Naturliebhaber. Interessierte können in dem fast 100 Jahre alten kolonialen Gutshaus oder einer der Lodges übernachten und dabei auf 340 Metern Höhe den Ausblick über das Arima Valley genießen. Das besondere Highlight ist die Fütterung der Vögel auf der Veranda: Im Tropengarten befinden sich angelegte Futterplätze für die Vögel, so dass man beim Kaffee trinken von der Terrasse aus Kolibris beobachten kann. Davon gibt es 20 verschiedene Arten auf Trinidad! Der Naturpark ist eine Oase für Wanderer. Ortskundige Führer zeigen einem gern, welche Touren zur Auswahl stehen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und individuell. Für jeden Schwierigkeitsgrad ist etwas Passendes dabei. Sowohl um 10:00 Uhr, als auch um 13:30 Uhr kann man außerdem an Führungen entlang der Naturlehrpfade teilnehmen.

Eine der größten und ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Trinidads ist der La Brea Pitch Lake, ein 40 Hektar großer Asphaltsee. Aus einer unterirdischen Quelle strömen täglich 300 Tonnen heißes Bitumen. Somit ist der See die größte einzelne natürliche Bitumen Quelle. Aufgrund seiner hohen Qualität werden damit weltweit Fluglandebahnen beschichtet. Die Oberfläche des Asphaltsees ist an vielen Stellen so hart, dass man darauf laufen kann. Er ist der einzig begehbare Teersee der Welt. Die Anfahrt von Port of Spain beträgt etwa zwei Stunden und vor Ort wird man von einem örtlichen Guide herumgeführt.

Für Naturbegeisterte ist ein Bootsausflug in die Mangrovenlandschaft des Caroni Bird Sanctuary unbedingt zu empfehlen! Auf der ca. 2stündigen Fahrt konnten wir Kaimane, Schlangen und jede Menge Vögel beobachten. Darunter der Nationalvogel Trinidads, der feuerrote Ibis!

Als Geheimtipp gilt das Pax Guesthouse. Das Gästehaus gehört zum Kloster St. Benedikt und diente früher Besuchern der Ordensbrüder als Unterkunft. Liebevoll erhalten und renoviert hat die älteste Herberge Trinidads ihre reizende nostalgische Atmosphäre bewahrt. Im Herzen der Insel auf dem Mount St. Benedict inmitten eines Naturparks gelegen, ist sie eine Oase der Ruhe, wo man nach alter englischer Tradition den „Five-o-clock-tee“ genießen kann. Auf den Wanderpfaden der Umgebung kann man schöne Spaziergänge unternehmen.

Die Attraktion Nr. 1 auf Trinidad bleibt jedoch der jährliche Karneval! Die ganze Insel ist auf den Beinen und bereitet sich schon das ganze Jahr lang auf dieses Ereignis vor. An diesen vier Tage (im Februar oder März) herrscht der absolute Ausnahmezustand und abwechselnd finden bunte Korsos, Umzüge und rauschende Feste statt. Das Ganze vom ohrenbetäubenden Sound der Calypos begleitet! Der Trinidad-Karneval ist nicht nur für Zuschauer eine Attraktion. Das größte Vergnügen bereitet es, selbst in einer Band mitzumachen. Die Quartiere und Werkstätten der verschiedenen Bands nennen sich MAS Camps (MASquerade). Besuche in den Camps geben Einblicke, an welchen Kostümen die einzelnen Bands gerade arbeiten. Die MAS Camps sind jede Nacht geöffnet. Man kann im Vorwege für diverse Veranstaltungen Karten reservieren um das Geschehen von der Tribüne aus zu verfolgen.

Nicht nur zum Karneval spielt Musik eine große Rolle auf den Inseln. Das Trinidad der Welt ein neues akustisches Musikinstrument geschenkt hat kommt nicht von ungefähr! Die Erfindung der Steelpans ist ein bemerkenswertes Beispiel für Trinidads Kreativität. Karibische Lebensfreude spiegelt sich in der Musik wider. Musik und Tanz scheinen mit der wichtigste Lebensinhalt der Bevölkerung zu sein. Dementsprechend zelebriert man Steelpans, Calypso, Limbo und Soca überall auf den Inseln. In kleinen Werkstätten und Hinterhöfen kann man die Herstellung von Steelpans beobachten.

Die kulturellen Einflüsse aller ehemaligen Kolonialmächte machen sich noch heute unter anderem in Musik, Tanz, Sprache, Ortsnamen und den Gerichten bemerkbar. Letztere verdienen eindeutig ein riesiges Lob! Überall auf Trinidad und Tobago gibt es exzellente Restaurants, die sich durch frische Produkte und eine raffinierte schmackhafte Küche einen Namen gemacht haben. Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei! Besonders heben sich die kreolische und indische Küche hervor, aber auch französische und spanische Einflüsse findet man auf seinem Teller wieder. Ebenso trägt die malerische Lage vieler Lokale zum Genuss bei.

Auf Tobago geht es noch ein wenig bequemer zu als auf Trinidad! Ist Trinidad 4827 km² groß, so misst Tobago gerade mal 301 km² und eignet sich in erster Linie zum Badeurlaub. Sie sticht hervor durch einige traumhafte Badestrände. Der bekannteste ist der Pigeont Point im Süden. Ein wunderschön gepflegter Strand mit allen Annehmlichkeiten wie Restaurants, Umkleidekabinen etc. Hierfür wird ein geringer Eintrittspreis verlangt, aber der Ausflug lohnt sich. Wer zwischendurch Action braucht, kann dort auch Jet Ski fahren, Windsurfen oder Katamaran segeln.

Besonders beliebt sind außerdem die Ausflüge in die Unterwasserwelt der Insel. Auf Tobago findet man die artenreichsten, farbenprächtigsten und schönsten Korallenriffe der Karibik, die innerhalb weniger Minuten mit dem Speedboat erreicht werden können. Über 20 verschiedene Tauch-Spots, künstliche Riffe in Wracks und die größte Hirnkoralle der Welt zeichnen die Inseln als Tauchdestination aus. Sowohl für Anfänger, als auch für erfahrene Taucher bietet Tobago viele Möglichkeiten. Als Paradies für Schnorchler gilt das Bucoo Reef, das wohl bekannteste Riff Tobagos.

Ein ganz besonderes und einmaliges Erlebnis erwartete uns am Turtle Beach, wo wir das Glück hatten eine Meeresschildkröte bei der nächtlichen Eiablage zu beobachten! Ein Ereignis, glaubt man den Gästen des benachbarten Hotels, das sich regelmäßig wiederholt und dem sie Nacht für Nacht beiwohnen durften. Dank engagierter Tierschützer und Biologie Studenten, die in der Nacht Wache am Strand halten bleibt dieses Spektakel den Touristen nicht verwehrt. Penibel wird darauf geachtet, dass man den Tieren nicht zu nahe kommt oder gar mit einem Blitzlicht erschreckt!

Wer zwischendurch ein wenig Bewegung braucht, dem bietet auch Tobago zahlreiche Wandermöglichkeiten im Regenwald. Am besten mit einem erfahrenen ortskundigen Führer. Unser Führer diente uns gleichzeitig als Begleitung bei unserem Ausflug ins Nachtleben von Tobago! Ein Ereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte ist der Besuch einer Sunday School! Eine Musik- und Tanzveranstaltung, wo man in den Genuss der Steel Bands kommt sowie von Einheimischen in die Geheimnisse des Soca Tanzes eingeweiht wird. Ein fröhliches Zusammenkommen von Einheimischen und Touristen. Überhaupt wird man stets sehr freundlich und zuvorkommend behandelt. Das zeigte sich auch beim Besuch des jährlichen Tobago Heritage Festivals. Afrikanische Tänze, kulinarische Spezialitäten und Theaterstücke! Tobago verwandelt sich von Mitte Juli bis Anfang August jedes Jahr aufs Neue in ein Stück Afrika. Im Rahmen des „Tobago Heritage Festivals“ erhalten und beleben die Tobagonier ihr afrikanisches und koloniales Erbe, denn fast 90 Prozent der Einwohner sind afrikanischer Abstammung. Gestalter und Urheber des Festivals sind die Einwohner selbst – so arbeiten die verschiedenen Generationen Hand in Hand zusammen und leben ihre kulturellen Traditionen gemeinsam aus. In nahezu jedem Dorf zeigen die Tobagonier eindrucksvoll wie ihre Vorfahren gelebt, geliebt und natürlich auch gefeiert haben. Das zeigen Sie vor allem in rauschenden Tänzen und Vorführungen, wo die bunten Kostüme der Frauen immer wieder neu erfunden werden und für ein wahres Farbenfeuerwerk sorgen!

Auf Tobago haben wir im Blue Haven Hotel gewohnt. Ein wunderschön gelegenes Hotel auf einer Anhöhe direkt am Meer. Von jedem Zimmer aus genießt man einen traumhaften Blick auf den Ozean umrahmt von Palmen und exotischen Blumen. Es gibt zahlreiche Unterkünfte auf der Insel, aber es ist bei weitem kein Massenandrang zu verzeichnen wie man es von anderen touristischen Destinationen kennt! Besonders hervorzuheben sind das Turtle Beach Hotel sowie das Coco Reef Resort. Auch für den schmaleren Geldbeutel finden sich einige sehr gemütliche Appartements und schöne familiäre Hotels. Selbst in Augenschein genommen haben wir folgende Hotels: Bacolet Beach Club, Grafton Beach Resort, Half Moon Blue Hotel, Kariwak Village, Le Grand Courlan Resort and Spa, The Villas at Stonehaven.

Mein Fazit:
Ich würde Ihnen immer empfehlen beide Inseln zu besuchen. Zum Auftakt ein paar Tage auf Trinidad um die fantastische Natur zu erkunden oder den Karneval zu feiern. Anschließend ein klassischer Badeurlaub auf Tobago um das Karibik Feeling bei einem Gläschen Rumpunsch zu genießen. Es ist die Mischung von beidem, die einen Urlaub auf Trinidad & Tobago so einmalig und unvergesslich macht!

Ein Bericht von Sabine Marquardt aus dem Globetrotter Firmen-Reisedienst.

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