Motorradtour an der Wolga 2018 – Teil 3

Zum Rybinsker Stausee

Heute machen wir uns auf den Weg zum Rybinsker Stausee. Erst geht es ein Stück über die M10, die Moskau mit St. Petersburg verbindet. Dann überqueren wir mit einer Fähre den Moskau-Wolga-Kanal, um nach Dubna zu gelangen.

Als Atomforschungszentrum war es eine für Ausländer lange gesperrte Stadt, die auch sowjetische Staatsbürger nur mit einem Sonderausweis erreichen konnten. Kanzlerin Angela Merkel hatte hier ein Forschungssemester.
Kaljzin liegt am Uglitscher Stausee und zählt zu den ältesten Städten des Twerer Gebietes. Im Zuge der Industrialisierungspolitik unter Stalin wurde 1935 bis 1940 hier ein Wasserkraftwerk erbaut. Dazu wurde die Wolga in diesem Bereich gestaut, was zur Vernichtung von Teilen des historischen Kaljasiner Stadtgebietes führte. 
Insbesondere wurde das ehemalige Dreifaltigkeitskloster einschließlich aller Kirchengebäude geflutet und verschwand vollständig unter der Wasseroberfläche des Uglitscher Stausees. Das Gleiche geschah mit der 1800 erbauten Nikolaus-Kathedrale. Lediglich deren Glockenturm ist bis heute als Ruine erhalten und steht auf einer kleinen Insel im Stausee.
Die Stadt Uglitsch liegt ca. 200 km nördlich von Moskau beidseitig an einem Knie der Wolga, von dem wahrscheinlich auch der Name herrührt – Ugol bedeutet im Russischen ‚Ecke‘. Die Stadt liegt im Übergang der Mischwaldzone in die südliche Taiga. Wald, Hügel, Sümpfe, Wasserläufe, Brachen und landwirtschaftlich genutzte Flächen prägen das Landschaftsbild. Aufgrund der Sehenswürdigkeiten wurde Ugltisch zur einer der Städte des Goldenen Rings in Russland.

Uglitsch: Eine rätselhafte Stadt

Ende des 16. Jahrhunderts kam es in Uglitsch zu rätselhaften und tragischen Ereignissen, die die Geschichte Russlands stark beeinflussten. Unter mysteriösen Umständen kam hier Zarewitsch Dimitri ums Leben, der letzte Sohn Iwan des Schrecklichen. Der amtlichen Version zufolge habe er sich während eines epileptischen Anfalls in ein Messer gestürzt, doch der Volksmund bezeichnete den späteren, wohl unrechtmäßigen Zaren Boris Godunow, einen Schwager des Zaren Fjodor loannowitsch, als Drahtzieher für den Tod.
An der Stelle von Dmitris „Unfall“ wurde 1692 die Demetrios-Kirche erbaut. Eine spektakuläre Rolle spielte die „verbannte“ Glocke, die den Tod Dmitris verkündete. Ihr wurde die Schuld an den Unruhen gegeben, weshalb man der Glocke den Klöppel herausriss, sie auspeitschte und sie für 300 Jahre nach Tobolsk in Sibirien verbannte.
In Uglich wurde 1998 das erste Museum des russischen Wodkas eröffnet. Hier werden über 1000 Wodkasorten aus knapp 100 Wodka-Brennereien ausgestellt. Uglich ist der Geburtsort von Pjotr Arsenjewitsch Smirnow, 1831-1898, des russischen Wodka-Königs und Urvaters der Wodkamarke „Smirnoff“.

Ankunft am „Rybinsker Meer“

Der Rybinsker Stausee wird aufgrund seiner enormen Größe auch Rybinsker Meer genannt.
Ein Schiff auf dem Rybinsker Stausee hinter nostalgischen LaternenEr ist Teil der sogenannten Wolga-Kama-Kaskade und der nach dem Kubischerer Stausee zweitgrößte Stausee in Europa. Durch den Beschluss Peter des Großen wurde Rybinsk Umladestation für Güter aus dem Süden auf Schiffe mit geringerem Tiefgang. Mitte des 18. Jahrhunderts war der Ort der größten Binnenhäfen Russlands und erhielt seinen Namen Rybinsk – Fischstadt. Hier wurde 1842 die dritte Getreidebörse Russlands eröffnet, die noch Anfang des 20. Jahrhunderts eine der größten und bedeutendsten in Russland war.

Die Route

Die Reiseroute zum Downloaden:

 Vollständige Reiseroute der Wolgatour 2018 downloaden

Über Jürgen Grieschat

Motorradreisen, Sicherheitstrainings für Enduro und Straße und Motorradworkshops seit über 20 Jahren! Als Kopf und Motor des MOTTOUREN-Teams organisiere und begleite ich Motorradtouren seit 1992 als Experte für Osteuropa. Viele meiner Reisen habe ich in professionellen Diavorträgen festgehalten. Ich bin als erster mit einem BMW-Motorrad quer durch Sibirien nach Japan gefahren. Wiederholte Motorradtouren nach und in Rußland haben mir meinen zweiten Vornamen "Juri" eingebracht. Weiter zurGlobetrotter MOTTOUREN Website

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