Motorradtour an der Wolga 2018 – Teil 9

Auf nach Moskau

Vorbei an Schildern wie Ehrmann, Real, Selgros, Metro und riesengroßer russischer Werbung, die Geschwindigkeit reduzierend, da kleine Ortschaften mit Fußgängerüberwegen die Autobahn säumen, gelangen wir nach etwa zwei Stunden Fahrt nach Moskau. Unser erster Stopp ist bei BMW, eines der Motorräder schwächelt mit der Batterie – nach acht Jahren darf sie das wohl auch – da ist sicherheitshalber eine neue dran.
Ein wenig dauert es schon, bis wir an einen hilfsbereiten Mitarbeiter geraten, der auch Lust zur Unterstützung hat. Das Leben könnte manchmal einfacher und kundenfreundlicher sein.

Hauptstadt der Russischen Förderation Einsenbahnstrecke – Moskau

Außer Axel sind alle das erste Mal in Moskau und das auch noch mit dem Motorrad. Alle sind sichtlich beeindruckt von der etwa 12 Millionen Einwohner zählenden Metropole, dem geistigen und kulturellen Zentrum und der Hauptstadt der Russischen Föderation Eisenbahnstrecken, zahlreiche Fluglinien aus allen Teilen Russlands und der Welt laufen hier zusammen, schiffbare Wasserwege wie der Moskwa-Kanal, die Moskwa und der Wolga-Don-Kanal machen die Hafengebiete der Stadt direkt zugänglich für Schiffe aus der Ostsee, dem Weißen, dem Schwarzen, dem Kaspischen und dem Asowschen Meer.

Moskau dehnt sich auf einer Fläche von etwa 880 km² aus. Ringförmige Boulevards, die überwiegend im Bereich früherer Schutzwälle angelegt wurden, gliedern das Stadtbild. Im Mittelpunkt der konzentrischen Kreise und Halbkreise liegen der Kreml, der frühere Regierungssitz Russlands, und daran angrenzend der Rote Platz, Zentrum des radialen Straßensystems. Moskau besitzt ein modernes U-Bahn-Netz, das für seine mit Marmorwänden versehenen Bahnhöfe bekannt ist. Morgen werden wir sie erleben.

Viel los in Moskau

Auf dem Weg zum Hotel machen wir noch eine Stadtrundfahrt durch die russische Hauptstadt. Dabei durchfahren wir noch Straßen und kommen zu Plätzen, die wir am nächsten Tag während unserer Stadtrundfahrt nicht erreichen werden. Unser Ziel, ein Foto an der Basilius-Kathedrale am Roten Platz zu machen, scheitert. Er ist weiträumig abgesperrt, Polizei und Omon, die Truppen des Innenministeriums sind überall gegenwärtig. Ob das was mit den Demos gegen Erhöhung des Rentenalters zu tun hat? Über 100.000 Leute sollen unterwegs sein. Oder ist es für die Sieger der „Silk Way Rally“? Morgen wissen wir vielleicht mehr. Wir müssen in jedem Fall etliche Haken schlagen, um unser Hotel im ehemaligen Olympischen Dorf zu erreichen. Dazu ist auch der Satellitenempfang der Navis gestört – hat Präsident Putin vielleicht einen besonderen Gast? Wie gut, dass ich in Moskau auch ohne Navigation zurechtkomme und ohne Probleme unser Hotel erreiche.

„Moscow, that’s all I know Moscow…“

Kurz nach 9 Uhr machen wir uns mit dem Bus auf den Weg ins Stadtzentrum. Während uns Nicolai, der uns durch seine Stadt führen wird, auf Moskau einstimmt, kommt mir der Song von Wonderland in den Sinn: “Moscow, that’s all I know Moscow, Moscow, where shall I go in Moscow“. Gut, dass wir eben Nicolai dabei haben. Und gut auch, dass ich bei der Planung für diese Tour den Sonntag als Ausflugstag gewählt habe, denn es ist erstaunlich wenig Verkehr unterwegs. Wahrscheinlich sind die meisten auf den Datschen, bei diesen Temperaturen sowieso.
Auch die Sperren vom Vortrag sind weitestgehend aufgehoben, der Nachtlauf an der Moskwa ist vorbei. MOSKAU! – Wir sind sprachlos, beeindruckt von dieser schönen Stadt! Der Eindruck von der gestrigen Motorradtour durch die Stadt verstärkt sich noch! Überrascht sind wir dann allerdings von den riesigen Besucherschlangen vor dem Zugang zum Kreml, überwiegend Gäste aus China. Aber Nikolai findet rasch eine Möglichkeit, auf kurzem Weg unser Ziel, das Innere des Kremls, zu erreichen. Und wir gehen wieder einmal andere Wege, haben andere Ausblicke. Der Moskauer Kreml, also Festung, liegt auf einem niedrigen Vorsprung am Nordufer der Moskwa und ist das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt.
Er wurde im 12. Jahrhundert als Befestigungsanlage errichtet und stellt den ältesten Teil Moskaus dar. Hier befinden sich wichtige Regierungsgebäude, Paläste und Kathedralen, die von einer massiven, befestigten Steinmauer aus dem 15. Jahrhundert umschlossen sind. Sie hat eine Länge von fast 2,5 Kilometern, ist bis zu 21 m hoch und wird von 19 Türmen überragt. Einfach beeindruckend. Die „armen“ Polizisten auf dem Gelände sind permanent damit beschäftigt, die zahllosen Touristen, die auf der Suche nach geeigneten Fotomotiven sind, von der Straßen und Plätzen zu pfeifen.

Über den Roten Platz mit der Basilius-Kathedrale und dem Lenin Mausoleum gehen wir zum Kaufhaus GUM, machen dort einen keinen Rundgang und, wie wichtig, eine Mittagspause. Anschließend setzen wir unsere Erkundung der Stadt mit dem Bus fort. Christa und Axel steigen zwischendurch aus, da sie die Nachricht bekommen haben, dass ihr Gepäck am Flughafen abzuholen sei. Und sie erhalten es tatsächlich – große Freude!

Zum Abschluss unserer Stadterkundung sehen wir uns noch einige der schönsten U-Bahn-Stationen an. Die Moskauer Metro ist seit 1935 in Betrieb und viel mehr als das wichtigste Nahverkehrsmittel der Hauptstadt, befördert täglich über 10 Millionen Passagiere – jeden Moskauer also im Schnitt einmal.

Ziemlich beeindruckt aber auch platt treffen wir wieder im Hotel ein. Ein wirklich eindrucksvoller Tag geht zu Ende.

Die Route

Die Reiseroute zum Downloaden:

 Vollständige Reiseroute der Wolgatour 2018 downloaden

Über Jürgen Grieschat

Motorradreisen, Sicherheitstrainings für Enduro und Straße und Motorradworkshops seit über 20 Jahren! Als Kopf und Motor des MOTTOUREN-Teams organisiere und begleite ich Motorradtouren seit 1992 als Experte für Osteuropa. Viele meiner Reisen habe ich in professionellen Diavorträgen festgehalten. Ich bin als erster mit einem BMW-Motorrad quer durch Sibirien nach Japan gefahren. Wiederholte Motorradtouren nach und in Rußland haben mir meinen zweiten Vornamen "Juri" eingebracht. Weiter zurGlobetrotter MOTTOUREN Website

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