Mit Star Clipper durch die griechische Inselwelt

Erste Eindrücke und Erkunden der Star Clipper

Segel und Takelage der Star ClipperDaniela Hacker-Eberl ist auf der Star Clipper durch die griechische und türkische Ägäis gesegelt. Sie berichtet von ihren Erlebnissen an Bord und ihren Erkundungen an Land:

Abfahrt in Athen

Nach einem etwas holprigen Flug sind wir im windigen Athen gelandet. Am Flughafen haben wir den Koffer abgegeben, der direkt aufs Schiff gebracht wird. Die Fahrt vom Flughafen nach Piräus dauert ca. 50-60 Minuten je nach Verkehr.

Im Hafen angekommen fällt die Star Clipper mir sofort ins Auge:  Neben den großen Kreuzfahrtschiffen wirkt sie richtig nostalgisch. An Bord wurde ich mit einem Begrüßungscocktail sehr nett empfangen. Mein erster Eindruck: Die Star Clipper ist wirklich noch ein richtiges Segelschiff mit viel Holz, mit vielen Tauen und Seilen, echte Matrosen flitzen über das Schiff und dann natürlich die großen Segelflächen, einfach toll.

Meine Kabine (Nr. 325, Kategorie 2) ist direkt neben dem Clipper Restaurant (morgens wird ab 6:30 Uhr mit dem Geschirr geklappert, dafür liegt sie mittschiffs, dies erwies sich als sehr glückliche Lage bei Seegang). Die Kabine ist 12m² groß, mit dunklem Holz verkleidet, hat ein Bullauge, viele Spiegel, genügend Schrankplatz mit ausreichend Bügeln und ein nicht trennbares Doppelbett. Der Koffer kann unter dem Bett verstaut werden.  Es gibt einen Safe, ein Telefon, einen Föhn, Klimaanlage (individuell regelbar) und einen Fernseher. Der Empfang ist allerdings je nach Segelgebiet sehr schlecht bis gar nicht vorhanden. Das Bad ist mit einem weiteren Föhn, Ablageflächen und Dusche/WC ausgestattet.

Das Abendessen wird jeden Abend im Clipper Restaurant angeboten. Es bietet Platz für 200 Personen, so können alle in einer Sitzung essen. Die Speisekarte beinhaltet immer eine Auswahl von Vorspeisen, ein Fleischgericht, ein Fischgericht und ein vegetarisches Gericht (zum Glück für mich als Vegetarierin), außerdem können Sie zwischen drei verschiedenen Desserts und Käse wählen. Mein erstes Menü: Krabbencremesüppchen, Blattsalat mit Ananas, Currygemüse und Eis

Um 21:45 Uhr heißt es zum ersten Mal: „Leinen los!“ Alle Passagiere finden sich auf dem Sonnendeck ein, um beim Ablegemanöver dabei zu sein. Einige Gäste dürfen helfen und ein Segel hissen. Mit musikalischer Untermalung durch „Conquest of paradise“ nimmt die Star Clipper Kurs auf Kusadasi , 192 nautische Seemeilen liegen vor uns.

Seekrankheit droht – das Schiff im Sturm

Auf See

In der Nacht wird es sehr stürmisch und das Schiff beginnt zu schaukeln. Am Morgen fährt die Star Clipper unter vollen Segeln und hat dadurch Schlagseite, das Schiff krängt. Durch die Schieflage ist es kaum möglich sich normal über das Schiff zu bewegen, auch das Duschen ist in dieser Lage mal eine ganz neue Erfahrung. Der Wind bleibt den ganzen Tag über sehr heftig (Windstärke 8), die Wellen sind recht hoch und das Schiff bewegt sich sowohl auf und ab, als auch von Seite zu Seite. Viele Gäste und 50% unserer Gruppe haben mit Seekrankheit zu tun, ich halte tapfer durch. Mein Tipp gegen Seekrankheit: Akupressurbänder für die Handgelenke.
Mein Menü: Gemüsebrühe, viel Brot und Gemüsetempura, auf das Dessert verzichte ich vorsichtshalber!

Türkei: Camliami und Kusadasi

Gegen 8 Uhr erreichen wir bei mittlerweile ruhiger See unseren Ankerplatz vor Camliami. Dort können Sie zum Strand zu tendern, um erstmal festen Boden unter den Füßen zu spüren. Sie können sich an Bord eine Schnorchelausrüstung ausleihen und im klaren Wasser ein bisschen schnorcheln.
Zurück an Deck erreichen wir nach dem türkischen Lunchbuffet den Hafen von Kusadasi. Hier haben Sie die Möglichkeit an einem Ausflug nach Ephesus teilzunehmen. Ephesus ist der eindrucksvolle Überrest der einstigen „ersten und größten Metropole Asiens“, sie entstand bereits um 3000 v. Chr.. Sie besichtigen die guterhaltenen Ruinen mit Theater, Hadrianstempel und Clesus-Bibliothek. Pro Person kostet der vierstündige Ausflug 60 Euro.
Wer keine Lust auf Ruinen hat, geht zu Fuß in die Einkaufsstraße oder den Basar von Kusadasi und kauft ein schönes Andenken für zu Hause.
Vor dem Auslaufen um 23:00 Uhr erleben wir noch eine türkische Folklore-Gruppe und eine sehr bewegliche Bauchtänzerin. Mein Menü heute: Kürbiscremesuppe, vegetarischer Gemüseburger, Zimteis mit flambierten Kirschen

Griechische Inselwelt ersegeln

Patmos

Heute ankern wir vor der kleinen griechischen Insel Patmos. Die Tenderboote fahren in den Hafen des kleinen Ortes Skala. Dort mieten wir uns einen Motorroller und erkunden die Insel. Zurück an Bord nutze ich das Angebot einer YOGA-Stunde im Sonnenuntergang am Heck des Schiffes. Als dann auch noch Delphine die Star Clipper begleiten, ist der romantische Augenblick perfekt.
Mein Menü für diesen Abend: Vegetarische Waffeln mit Meeresfrüchteragout, Melonensorbet, Goldbrasse auf Gemüsebett und Mocca-Creme.

Amorgos

Heute steht Amorgos auf dem Programm. Seit hier der  Film „The Big Blue“ gedreht wurde, erfährt das eher beschauliche Amorgos immer mehr Beachtung als Ferienziel.
Von Amorgos aus wird ein Ausflug zum Kloster von Panagia  Hozoviotissima (bereits im Jahre 1088 vom byzantinischen Kaiser geründet) angeboten. Als Alternative können Sie das umfangreiche Wassersportangebot nutzen.

Um 18:00 Uhr heißt es wieder Leinen los und Kurs auf Mykonos. Leider  weht  um die Insel  herum immer ein recht beständiger und unangenehmer Wind (Meltemi), der ein anlegen bzw. ankern vor Mykonos meist unmöglich macht. Wir sind gespannt, ob es dieses Mal klappt.

Heute Abend ist Captain´s Dinner, Menü: Senfsuppe mit Croutons, Lobster und die berühmte Eisbombe. Beim Captain´s Toast begrüßt der Kapitän alle unterschiedlichen  Nationalitäten an Bord und erzählt kleine Anekdötchen.

Mykonos

Je näher wir der Insel  kommen, desto stärker wird der Meltemi. Allerdings ist er nicht zu stark, so dass wir vor Mykonos ankern können. Die Tenderboote schaukeln wie kleine Nussschalen in den Hafen von Mykonos-Stadt. Dort warten Mietwagen auf uns und die Insel wird erkundet. Andere Passagiere nehmen am Ausflug „Antikes Delos“ (42,-€)  teil.

Am Abend bummeln wir durch die Gassen von Mykonos, dort verstecken sich kleine Restaurants, Shops und Bars und zum Sonnuntergang finden sich alle in „Klein Venedig“ ein, um bei einem Sundowner den Blick auf die Star Clipper zu genießen.

Monemvasia

Am Morgen ist Foto-Termin angesagt: Der Kapitän lässt alle Segel setzen und zwei Tenderboote fahren mit den Gästen um die Star Clipper herum, so dass alle tolle Fotos des wunderschönen Schiffes unter vollen Segeln machen können.

Gegen 12 Uhr wird der Anker vor Monemvasia geworfen. Monemvasia ist ein kleines mittelalterliches Städtchen, in das sich kaum ein Tourist verläuft. Seine Häuser schmiegen sich an den Fuß eines spektakulären, 200 m hohen Felsblocks im Meer, der nur über einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden ist. „Einziger Zugang“-„moni emvasis“ bedeutet der Name des Ortes. Im byzantinischen Reich wichtiges Handelszentrum, heute (1980 erfolgte Wiederaufbau und Restaurierung) beliebter Wochenendsitz wohlhabender Athener. In den Gassen der Unterstadt sind kleine Geschäfte, Tavernen und kleine Hotels untergebracht, hier können Sie hervorragendes Olivenöl kaufen!

Nach der Rückkehr zum Schiff  besteht die Möglichkeit Wasserski zu fahren, am Pool zu relaxen oder Sie trauen sich in das Netz vor dem Bug. Um 18:00 Uhr heißt es ein letztes Mal Anker lichten, Segel hissen und ein letztes Mal das Lied „Conquest of paradise“ – die Star Clipper nimmt Kurs auf Piräus.

Nach der Farewell Party packe ich meine Koffer und stelle ihn vor die Tür, damit er am nächsten Morgen im Hafen schon auf mich wartet.

Piräus/Athen

Nach 579 Nautischen Seemeilen heißt es nun Abschied nehmen von der schönen Star Clipper. Am frühen Morgen kommen wir in Piräus an und werden zum Flughafen gebracht.

Segelkreuzfahrten – anders und sehr empfehlenswert

Eine Reise auf einem Segelschiff unterscheidet sich sehr von einer Reise mit einem „normalen“ Kreuzfahrtschiff. Die Kabinen sind etwas kleiner, die Unterhaltungsmöglichkeiten an Bord sind sehr dezent, dafür ist man viel näher am Wasser. Mit 85 Kabinen ist die Zahl der Passagiere überschaubar, was ich als sehr angenehm empfunden habe.  Durch die Größe des Schiffes können auch kleine griechische (oder karibische) Inseln angelaufen werden, was völlig neue Ziele ermöglicht. Sollte die Star Clipper im Hafen liegen, liegt sie meist im Herzen der Stadt. Eine Segelkreuzfahrt ist für jeden zu empfehlen!

Sie möchten selbst eine Segelkreuzfahrt z. B. auf der Star Clipper erleben? Daniela Hacker-Eberl aus dem Globetrotter Reisebüro in Elmshorn berät Sie gern. Sprechen Sie sie an!

Ein Gedanke zu “Mit Star Clipper durch die griechische Inselwelt

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