Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 4

Reisebericht-Reihe Übersicht:

Auf der nördlichen Route über Tscherepowez und Sudislawl nach Kirow

War die Strecke nach Borovichi schon eine kleine Herausforderung – Schlaglöcher, Spurrillen, Bitumenflicken und -streifen – so müssen wir lernen, dass alles noch steigerungsfähig ist. Endlos erscheinende Schlachlochstrecken, endlose Baustellen, in denen wir zumeist ohne Ampelregelung auf aufgefrästen Abschnitten zwischen den Baufahrzeugen entlanghoppeln, wechseln mit frisch geteerten Stücken ab, auf denen wir entlang düsen können. Dazwischen immer wieder Abschnitte in denen es kräftig regnet oder strahlender Sonnenschein ist.

Tscherepowez ist eine typische Industriestadt am nördlichen Ende des Rybinsker Stausees. Entsprechend ist unser Hotel im aufgepeppten sowjetischen Stil. Für die meisten Mitreisenden eine neue Erfahrung. Gleich nachdem wir Tscherepowez verlassen haben, erreichen wir den Rybinsker Stausee, dem wir bis zur namensgebenden Stadt Rybinsk folgen. Michael, der vorausgefahren war, treffen wir unterwegs wieder, als er zwei jungen russischen Motorradfahrern beim Aufpumpen eines platten Reifens helfen kann. Bei bestem Wetter machen wir in einem armenischen Restaurant Mittagspause und erreichen Yaroslavl, eine der Klosterstädte des Goldenen Rings, an der Wolga gelegen. Der folgen wir bis Kostroma. Anschließend erreichen wir unseren nächsten Übernachtungsort, die Kleinstadt Sudislavl, die als Vorposten an der Grenze des Reiches der Kiewer Rus entstand. Hier entscheidet sich Uli aus gesundheitlichen Gründen die Reise abzubrechen und macht sich alleine auf den Rückweg.

Ab Sudislavl durch das Kostromskaya und das Ivanovska Oblast fahren wir über Scharja nach Kirow. Unterwegs holen wir das Tiefdruckgebiet, das uns seit einiger Zeit begleitet, wieder ein. Es regnet und regnet. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen haben wir hier über weite Strecken kaum einen Ort an der Straße, nur gelegentlich ein Abzweig, mal ein „Kafe“, mal ein Rastplatz, mal eine Tankstelle. Wir halten uns daran, nach spätestens gut 200 Kilometern zu tanken, Man weiß ja nie! Und richtig. Die Tankstelle in Manturovo gibt wegen eines technischen Problems das Benzin auch nur in zehn Liter Portionen ab. Überhaupt Manturovo. Da hat man um den Ort herum eine neue Umgehungsstraße gebaut und seit dem die Straße im Ort vernachlässigt. Durch den Regen der letzten Tage ist die dadurch entstandene Schlammpiste noch gruseliger. Nach Rücksprache mit einem Lkw-Fahrer, der aus einem Wohngebiet kommt, schlängeln wir uns auch da durch und erreichen wieder die Hauptstecke. Und es regnet weiter. Zu dem Regen von oben kommen die gelegentlichen Duschen von entgegenkommenden Fahrzeugen. Auch das Überholen von Lastwagen auf endlos erscheinenden durchgehend gefrästen Streckenabschnitten erweist sich als kleines Abenteuer. Da tut die Pause mit einer guten Soljanka richtig gut. Frisch gestärkt und aufgewärmt sieht alles wieder besser aus. Denn zum Glück ist auch die nachfolgende Strecke völlig neu angelegt und streckenweise hervorragend. Wir kreuzen in einer Art Busch- und Sumpflandschaft eine Vielzahl von kleinen Flüssen. Die Landschaft wird deutlich hügeliger. Bei gutem Wetter wäre es sicher schön hier zu fahren. Etwa 100 km vor Kirow verlassen wir das Tiefdruckgebiet und erreichen die Industriestadt auf trockenen Straßen. Sachen trockenlegen, duschen, danach schmeckt das Buffet und das abendliche Bier – zu Michaels Freude richtig kalt – umso besser.

 

Jetzt lesen: „Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 5“

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2 Gedanken zu “Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 4

  1. Pingback: Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial - Teil 3

  2. Volker von Appen

    Schön, Eure anspruchsvolle Tour über diesen Blog verfolgen zu können. Wirklich interessant. Wünsche Euch auf jeden Fall besseres Wetter und bessere Straßen.

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