Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 6

Kuschwa, ein Ort der Begegnungen

Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial - Teil 6Schon seit Stunden sind wir bei fast bestem Wetter unterwegs, die Straßen sind trocken als wir die 1735 gegründete Stadt am Ostrand des Ural im Quellgebiet des Flusses Tura erreichen. Der Abbau einer bedeutenden Eisenerzlagerstätte und die Errichtung einer Eisenhütte waren der Grund. Die Eisenerzförderung und -verarbeitung am Berg Blagodat spielt auch heute noch die zentrale Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt. Aus dieser Lagerstätte mit Gesamterzvorräten von mehreren Hundert Mio. Tonnen wird die Eisen- und Stahlmetallurgie des Mittleren und Nördlichen Ural hauptsächlich versorgt. Aber nicht deswegen sind wir hier. Vor Jahren hatte ich während einer Tour zum Baikalsee Dimitri kennengelernt, der hier Pope, also russisch-orthodoxer Priester ist. Er konnte leider nicht da sein, hatte aber alles hervorragend vorbereitet. Am Gemeindehaus neben der Kirche erwartete man uns schon. Wir werden zu Kaffee und Gebäck eingeladen, sein Kollege Alexander kommt nach dem Gottesdienst, segnet unsere Motorräder und erklärt uns die Bedeutung dieser Kirche, die auch während der Sowjetzeit „arbeiten“ durfte.

Ein paar „Biker“ aus dem örtlichen Club holen uns ab und geleiten uns zur Aussichtsfläche am Berg Blagodat, der ursprünglich mal 380 m hoch war, wie uns die Leiterin des örtlichen Heimatmuseums erklärt. Heute ist an seiner Stelle eine gewaltige Grube, über 300 m tief. Auch das Team des lokalen Fernsehens ist anwesend. Reinhard und ich geben ein Interview, wir werden bei unserer Abfahrt zum Abendessen gefilmt.

Die Motorräder bleiben über Nacht in der Garage, die zum Gemeindehaus gehört. Jürgen gibt die Scheibe seiner Afrika Twin unseren lokalen Motorradfreunden mit, die die Zubehörscheibe über Nacht auf ein für ihn vernünftiges Maß kürzen werden. Anschließend werden wir zum Abendessen gefahren. Ein schöner Abend folgt.

Am nächsten Morgen werden wir zum Frühstück abgeholt, frühstücken lecker und machen wir uns startklar. Bevor wir endgültig weiterfahren, gibt es noch einen kleinen Ausflug mit den Motorrädern zu einem weiteren Denkmal für den Übergang von Europa nach Asien. An einer heute kaum noch benutzten Strecke wurde es anlässlich des Zarenbesuches 1868 errichtet. Anfängliche Bedenken, ob die Piste dahin nicht doch zu schlecht sei, gingen verloren, als Slawa mit seiner Honda 600 Repsol vor uns her fuhr. Zusammen mit Kolja begleiten sie uns auch noch zurück nach Kuschwa, wo wir am Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges Blumen niederlegen. Dann der endgültige Abschied, wir fahren über den Ural weiter nach Süden.

 

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