Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 9

Über die Grenze nach Kasachstan und weiter in die Hauptstadt Astana

Motorradabenteuer 2017 - Sibirien SpezialStrahlender Sonnenschein macht uns wohlgelaunt in Kurgan wach. Vor dem Frühstück gehen Axel und ich noch rüber zum Abfertigungsgebäude des Flughafens, um Geld aus dem Bankomat zu ziehen. Wir müssen durch den Securitycheck, danach ist alles entspannt. Auf der von Hand gesteckten Tafel ist die nächste Abflugzeit angegeben, davor dösen drei, die auf den nächsten Flug warten, Geld gibt es auch, zwar nur maximal 6000 Rubel, also ungefähr 90 Euro, aber immerhin. Auf einer der digitalen Waagen überprüft Axel sein momentanes Lebendgewicht. Da kommt einer der beiden Wachleute und schickt uns zu einer großen analogen Waage. Gut gehalten, nahezu nicht zugenommen. Mit ihm kommen wir ins Gespräch über unser Woher und Wohin. Dann geht er zu seiner Tasche und holt einen kleinen russischen Schulatlas heraus und wir verfolgen gemeinsam unsere Reisestrecke.

Ab Kurgan fahren wir weiter zur Grenze nach Kasachstan. Immer geradeaus durch das Westsibirische Tiefland. Unterwegs müssen wir einige Male stoppen, denn Christinas GS 700 zickt, geht immer wieder aus. Nachdem ich den Kontakt am Seitenständer gereinigt habe, ist es kurzfristig besser. Ein paar Zwangsstopps weiter befestige ich ihn mit einem Kabelbinder am Rahmen und dann geht es wieder. Wir treffen auf Paul und Jessi aus England, die mit ihrer KTM einige Probleme haben. Ich kann ihnen zumindest mit einer Adresse in Nowosibirsk weiterhelfen. Der Grenzübertritt geht erfreulich zügig, wir müssen nur eine Versicherung für die Zeit unseres Aufenthaltes kaufen, 11,49 Euro für 15 Tage, dann rollen wir weiter Richtung Petropawl. Hoppeln wäre der bessere Ausdruck, denn diese Straße ist eine der gruseligsten, die wir auf dieser Tour bisher gefahren sind: Schlaglöcherslalom ist wieder angesagt, Spurrinnen, so tief, dass, wenn ich drin stehenbleiben würde und ich die Stiefel auf die Wülste neben mir aufsetzen würde, ich den Eindruck hätte, ich würde einen Chopper fahren und keine Enduro – die Oberschenkel sind fast waagerecht zur Straße. Christinas GS 700 zickt wieder, verstärkt, das Bremslicht flackert immer wieder auf. Das muss also doch mehr sein. Und unsere Vermutung ist richtig – das Massekabel der Batterie hat sich gelöst. Wenn nur der Zugang zur Batterie bei dieser GS nicht so bescheuert wäre!

Dann erreichen wir Kökschetau, bleiben über Nacht und fahren dann weiter über die neue Autobahn in die neue Kasachische Hauptstadt Astana. Dreispurig in jede Richtung ausgebaut, fast nur geradeaus, nahezu leer und um ein Drittel kürzer als die Landstraße. Für Autofahrer mautpflichtig. Uns muss man von Hand durch die Schranke lassen, da wir ja nicht bezahlen müssen. Als wir über die Kasachische Schnelle, einen breiten, flachen Höhenzug rollen, gibt es noch einmal eine Dusche. Dann taucht am Horizont die Hauptstadt auf. Auf dem letzten, gut 200 km langen Abschnitt entdeckt so mancher kasachische Autofahrer, dass es hier wohl neben der benutzen mittleren Spur noch eine weitere rechte Spur gibt. Oder haben die eine Leitplankenphobie? In der Stadt dann, für uns inzwischen ungewohnt, ein Verkehrsstau. Schließlich erreichen wir unser Hotel und treffen dort zu unserer großen Freude auf Angela und Tom. Die beiden waren mit ihrem Transalpgespann vom Oman kommend angereist. Angela fliegt am nächsten Tag zurück nach Hamburg, während Tom mit uns gemeinsam die Reise fortsetzt. Da wir zeitig angekommen sind, gibt es ausreichend Gelegenheit, sich einen Eindruck von der kasachischen Hauptstadt Astana zu verschaffen.

 

Jetzt lesen: „Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 10“

Auch interessiert an einer Motorradreise mit Globetrotter Mottouren?
Entdecke unsere Angebote!

2 Gedanken zu “Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 9

  1. Angela

    Lieber Jürgen,
    das war ein super Reisebericht und tolle Fotos. Es ist enorm, was du so alles organisierst.
    Es ist schon super, wie du deine Reisegruppe führst und gleichzeitig für alles die Verantwortung tragen mußt.
    Du hast bis jetzt noch kein Hotel absagen müssen, trotz Problemen an der Grenze oder das einige eigene Wege fahren wollen und nicht wieder auftauchen, bis jetzt hast du immer alles mit deiner großen Erfahrung und Besonnenheit geregelt.
    Es war eine richtige Freude, dich in Kasachstan/Astana getroffen zu haben.
    Ich wünsche dir weiterhin viele interessante Motorrad Reisen und alles Gute

    Herzliche Grüße von Angela

    Antworten
  2. Pingback: Motorradabenteuer 2017: Sibirien Spezial – Teil 8

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.