Steile Zähne, gut profiliert

Unser Bild zeigt das Elbsandsteingebirge, auch als „Sächsisch-Böhmische Schweiz“ bezeichnet.

Unser Bild zeigt das Elbsandsteingebirge, auch als „Sächsisch-Böhmische Schweiz“ bezeichnet.

Es wird wieder mal Zeit, dass wir die Straße sehen: Hit the road, Jack! Abseits der großen Straßen schlängeln wir uns, von Norddeutschland kommend, durch Gebiete und Orte, die den meisten von uns unbekannt sind: Biosphärenreservat Mittelelbe, Oranienbaum, Pouch, wo die gleichnamigen Faltboote hergestellt werden, die Dübener Heide und die Gneisenaustadt Schildau. All diese Orte und Landschaften haben viel mit deutscher Geschichte zu tun und sind einen eigenen Besuch wert. Dann erreichen wir bei Meißen mit seiner bekannten Porzellanmanufaktur wieder die Elbe. Mit Blick auf über 1000 Jahre alte Weinberge fahren wir an ihr entlang in die Landeshauptstadt Dresden. Eigentlich wollen wir dort nur auf einen Kaffee stoppen, aber dabei stellt sich heraus, dass die meisten meiner Mitreisenden dort noch nie gewesen waren! Ei verbibbsch! Das geht ja gar nicht! Also runter von den Motorrädern und los geht`s auf einen kleinen Stadtrundgang, um zumindest die Stadt und die Gebäude mit einem Bild zu verbinden. Aber eigentlich ist das wieder einmal viel zu kurz. Doch das lässt sich in absehbarer Zukunft bestimmt ausführlicher wiederholen. Wir sehen die Waldschlösschenbrücke, die Dresden zwar den Titel „Welterbe“ gekostet hat, aber zumindest den Verkehrsinfarkt im Stadtverkehr nach hinten hinaus geschoben hat. Über die alte Stahlbrücke, dem „Blaue Wunder“, fahren wir hinaus aus der Stadt zur Schlossanlage Pillnitz, die sich vor den Weinbergen harmonisch in die Flusslandschaft des Dresdner Elbtals eingefügt.

Ein paar Kilometer weiter an der Elbe entlang erreichen wir Pirna. Zum Abschluss schwingen wir uns noch über ein einige wunderbare kurvenreiche Strecken hinauf zur Burg Hohnstein, unserem Quartier für die nächsten Tage.

Im Elbsandsteingebirge

Als Wahrzeichen über der gleichnamigen Kleinstadt thront die Burg Hohnstein auf einem Felsen. Im Mittelalter erbaut, diente sie sächsischen Adligen als Jagdsitz. Ab 1925 wurde sie zum Treffpunkt von Jugendlichen umgebaut und galt als die schönste und größte Jugendherberge in Deutschland. Nach der Burg Hohnstein ist auch die Puppenbühne „Hohnsteiner Kasper“ benannt. Unter den Nazis ist sie als Konzentrationslager für so genannte „Schutzhäftlinge“ verwendet worden. Etwa 5.600 politische Gefangene waren hier untergebracht. Im Zweiten Weltkrieg diente die Burg als Kriegsgefangenenlager, danach als Zufluchtsort für Flüchtlinge. Später wurde sie wieder Jugendherberge, die größte der DDR . Gegen Ende der SED-Herrschaft war geplant, gut 900 „Wir sind das Volk“-Aktivisten hier zu internieren. Der Zugang zur Burg ist nur über den Marktplatz von Hohnstein möglich. Klar, dass wir es uns nicht nehmen lassen, mit den Motorrädern über die großen Sandsteinplatten bis hinauf auf den Burghof zu fahren. Oben werden wir schon vom „Burgherrn“ Steffen Kunzelmann und von Josi erwartet und sehr freundschaftlich begrüßt. Nach einem „Stiefelbier“ beziehen wir unsere Zimmer und gehen dann zum Abendessen. Überraschend stößt Bernd Arnold zu uns, den ich von gemeinsamen Veranstaltungen in Hamburg kenne. Bernd ist einer der bekanntesten Bergsteiger Deutschlands und wurde durch eine Vielzahl schwieriger Erstbegehungen von Kletterwegen in der Sächsischen Schweiz bekannt. Eine Spezialität von ihm ist, dass er fast immer barfuß klettert. Einige der schwierigsten Routen hat er ohne Kletterschuhe begangen. Zum Besuch bei uns hat er aber ganz brav Schuhe an. Und die nutzt er auch, als wir ihn noch zu einem abendlichen Rundgang mit uns durch seinen Heimatort überreden können.

Die Burg Hohnstein befindet sich im gleichnamigen Ort Hohnstein in der Sächsischen Schweiz im Freistaat Sachsen. Von den ehemals zahlreichen rechtselbischen Burgen in der Sächsischen Schweiz ist Hohnstein die einzige erhaltene.

Die Burg Hohnstein befindet sich im gleichnamigen Ort Hohnstein
in der Sächsischen Schweiz im Freistaat Sachsen. Von den
ehemals zahlreichen rechtselbischen Burgen in der Sächsischen
Schweiz ist Hohnstein die einzige erhaltene.

Gleich nach dem Frühstück fahren wir hinüber zur Bastei. Nach der Kurvenfahrt von Burg Hohnstein hinunter und auf der anderen Seite zügig hinauf ist auch der müdeste Fahrer wach geworden. Früh zur Bastei zu fahren, geht gerade noch, denn wenn erst die Busse alle kommen, ist auf der Aussichtsplattform über der Elbe ein Gedrängel wie beim Sonderverkauf.

Wir blicken hinunter auf die Elbe, auf das großartige Panorama, das sich uns bietet und auf die Felsen nebenan – mit Glück sind da auch schon Kletterer im Gange.

Weiter geht es hinunter nach Bad Schandau, das rechts der Elbe direkt im Elbsandsteingebirge liegt. Ein kleiner Ausflug bringt uns in die benachbarte Tschechische Republik. Bei Schmilka und Hrensko / Herrnkretschen überqueren wir dann die Grenze zum hier südlichen Nachbarn. Grundsätzlich ist hier – dank Schengen – eigentlich nichts los. Dennoch ist es heute überraschend voll: Stau durch Einkaufstourismus. Bloß schnell weiter!“

Auf kleinen Straßen geht es ausgesprochen kurvenreich um die mit dichtem Wald bedeckten Felsen der „Böhmisch-Sächsischen Schweiz“ herum. Wir toben uns in einem Gebiet aus, das für mitteleuropäische Verhältnisse eher spärlich besiedelt ist und passieren eine Reihe von interessanten Naturdenkmälern wie das Prebischtor, das größte dieser Art in Europa, und den Zlatývrch, auf Deutsch „Goldberg“, dessen abgebrochene Basaltsäulen bis in den Hamburger Hafen geliefert wurden. Die wohl beeindruckendste Basaltformation ist ein Stück weiter die Teufelsorgel bei Panská skála.

Bei Ceska Lipa im Tal zwischen Svitava und Velenice befinden sich einige beeindruckende Höhlen. Was dort in den Sandstein gehauen wurde, diente früher dem Abbau von Sand für das Schleifen in einer Spiegelfabrik und beim Glashandwerk. In der größten dieser Höhlen gibt es heute eine „Gaststätte für Motorradfahrer“, die Bikerhöhle. Kühle 12° C herrschen hier das ganze Jahr über. Als besonderen Gag kann man mit seinem Motorrad direkt in die Höhle an den Tresen fahren – wenn man das denn haben muss. Auch hier ziehen wir schnell weiter, denn die Luft darin ist noch so von Bierdunst geschwängert, dass wir befürchten, allein durchs Einatmen die in Tschechien zulässige Promillegrenze von 0,0 ‰ zu überschreiten.

Auf dem Rückweg erreichen wir Decin/Tetschen, das als Einfallstor nach Böhmen gilt. Ein imposantes Schloss erhebt sich am rechten Ufer. Gegenüber sehen wir einen hohen Felsen namens Schäferwand, der die Elbe, tschechisch Labe, einengt.

Wir folgen der Elbe stromabwärts auf der alten „Salzstraße“, über die damals Böhmen mit Salz versorgt wurde. Es geht wieder der deutschen Grenze entgegen. Schon bald gelangen wir in einen der größten Canyons Europas. Gut 15 Kilometer lang ist diese Schlucht. Zu beiden Seiten des Flusses steigen Felswände bis 300 Meter steil nach oben. Durch diese zerklüftete Landschaft windet sich die Elbe von Südosten nach Nordwesten. Bei Schmilka überqueren wir dann die Grenze nach Deutschland. Wir sehen wieder die Tafelberge aus Sandstein, die hier nicht Berge, sondern Steine genannt werden: den Lilienstein, die Affensteine, die Schrammsteine oder auch den Königstein, der die größte Festung Deutschlands trägt. Bald danach sind wieder an unserer Übernachtungsburg, auf dem Hohnstein.

Zu Besuch im Reifenwerk Heidenau

Um 9:30 Uhr sind wir in Heidenau verabredet. Also noch einmal die Serpentinen von Hohnstein runter und auf der anderen Seite wieder hoch. Das geht schon sichtlich besser als am Vortag. Über Dorf Wehlen und Mockethal erreichen wir Pirna, blicken auf die über der Elbe liegende ehemalige Festung Schloss Sonnenstein. Dort wurden zwischen 1940 und 1941 unter dem beschönigendem Namen „Euthanasie“ fast 14.000 Menschen durch Nationalsozialisten umgebracht. Die Gedenkstätte Pirna Sonnenstein erinnert daran. Eine kurze Strecke weiter erreichen wir in Heidenau die Einfahrt zum Reifenwerk.

Die Pförtnerbude ist unbesetzt, also rollen wir weiter zum Eingang. Während wir einparken, kommen schon Pierre Schäffer, der den Vertrieb leitet, und Thomas Schönherr heraus, um uns zu begrüßen. Thomas war für Marketing im Unternehmen zuständig und wird uns mit seinem Nachfolger Markus einen Einblick in die Reifenproduktion ermöglichen. Wir kennen uns schon seit Jahren und so war es auch kein Problem, einen Besuchstermin zu verabreden.

Ursprünglich stellte das 1946 gegründete Unternehmen Gummiform- Artikel her. Dann wurden PKW-Reifen der Marke Heidenau sowie Fahrradreifen gefertigt. 1969 wurde das Reifenwerk Heidenau in das VEB „Pneumant“ Kombinat eingegliedert, das die gesamte ostdeutsche Reifenindustrie vereinigte. Bis 1994 wurden dann im Reifenwerk Heidenau alle Moped- und Motorradreifen der Marke Pneumant gefertigt.

Nach der Wende entstand 1994 die Reifenwerk Heidenau GmbH & Co. KG mit Produktionsschwerpunkt Zweirad-, Kart- und Spezialbereifung. „Höchste Qualität und Flexibilität ist unser Firmenprinzip“, erläutert Thomas, „wir verfolgen sehr aufmerksam Veränderungen am Markt und können auch zügig auf neue Trends reagieren.“ Dennoch werden auch traditionelle Kunden bedient, und so wird weiterhin die Originalbereifung für Trabbis, Barkas und Multicar hergestellt. „Flexibilität wird bei uns groß geschrieben“, so Thomas. „Dadurch können wir auch schnell auf spezifische Anforderungen eingehen, individuelle Lösungen erarbeiten und auch kleine Losgrößen fertigen.“ Gestartet mit 35 Produkten im Jahre 1993, wird heute ein Sortiment von 550 Reifenausführungen für unterschiedlichste Anwendungsbereiche angeboten. Dafür steht auch die Entwicklung des K60 Scout als Allround- Reifen für Großenduros, der in Sachen Nasshaftung und Kurvenstabilität eine Verbesserung der Fahreigenschaften ermöglicht. Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen, bin ich doch auf diesen Reifen sicher auf Endurostrecken in den Westalpen und innerhalb Russlands zwischen Karelien und dem Baikalsee unterwegs gewesen. Nicht nur aus diesem Grunde ist es für uns alle höchst interessant, den Ablauf einer Reifenherstellung zu sehen. Und wir sind bei unserem Rundgang hautnah dran. Wir sind von der Atmosphäre beeindruckt, nehmen Gerüche, Geräusche und Temperaturunterschiede sehr intensiv wahr: „Denkt dran“, sagt Thomas zum Abschied, „rund, schwarz und das Profil außen ist nicht alles.“ Wir verabschieden uns und freuen uns schon darauf, die Jungs im nächsten Jahr im Rahmen unserer „Motorrad, Helm, Reifen Tour – erfahren, wie es geht“ im nächsten Jahr wieder zu sehen.

Nachdem also wir gesehen haben, wie Reifen „gebacken“ werden und wie das riecht, wird es wieder Zeit, auf die Piste zu kommen. Wiederum abseits der großen Straßen fahren wir durch den westlichen Teil des Elbsandsteingebirges und den östlichen Teil des Erzgebirges. Dabei passieren wir Schloss Weesenstein, das sich auf einem Felsvorsprung über dem Tal der Müglitz erhebt. Während des Zweiten Weltkrieges war das Schloss ein Depot für zahlreiche Kunstschätze der Dresdner Museen, da es auch Sitz des „Sonderbeauftragten des Führers“ für das „Führermuseum“ in Linz war. Schließlich erreichen wir Seiffen, wo wir eine ungewöhnliche Motorradmanufaktur besuchen.

Seiffen ist das Zentrum der erzgebirgischen Holzschnitzkunst. Die Kirche mit ihrem achteckigen Grundriss prägt das Ortsbild des ehemaligen Bergbaudorfes. Mit dem Niedergang des Bergbaus zwang die wirtschaftliche Not die Bergleute, sich der Holzbearbeitung zuzuwenden. Holzspielzeug wurde ein neuer Gewerbezweig.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden zunehmend miniaturisierte Figuren, Häuser und Fahrzeuge hergestellt. Eine Spezialität wurden die „Raachermannel“, wie die Räuchermännchen erzgebirgisch heißen. Sie dienen zum Abbrennen von Räucherkerzchen. Gerd Hofmann, selber begeisterter Motorradfahrer, hat sich schon seit Jahren der Herstellung von Räuchermotorrädern aus Holz verschrieben. Wir besuchen „die kleinste Motorradschmiede Sachsens“ vor Ort in Seiffen und lassen uns den Produktionsweg zeigen. Klar, dass dann das eine oder andere Räuchermotorrad seinen Weg nach Norden findet. Auf dem Rückweg stoppen wir noch zu einer Kaffeepause im Cafe Adelheid und lassen es uns mit leckeren Kuchen gut ergehen.

Faszination Zeit und wie tickte MZ

Einen Tag haben wir noch, bevor wir uns auf den Rückweg machen wollen. Technik wurde und wird in Sachsen schon immer groß geschrieben. Um etwas davon zu erleben, schlängeln wir uns zunächst auf kleinen Berg- und Talstraßen nach Glashütte. Unter dem Motto „Faszination Zeit – Zeit erleben“ zeigt das Deutsche Uhrenmuseum in Glashütte nicht nur die hohe Uhrmacherkunst, sondern ermöglicht uns auch einen Zugang zum Phänomen Zeit. Taschen-, Armband- und Pendeluhren aus verschiedenen Epochen, Marinechronometer, Werkzeuge und Werkbänke, Urkunden und Patente sowie astronomische Modelle und Metronome werden in Szene gesetzt, ebenso die Epochen, die Glashütte maßgeblich geprägt haben. Auch berühmte Persönlichkeiten und Gründer von traditionsreichen Uhrenfabriken, die heute noch in Glashütte ansässig sind, wie Ferdinand Adolph Lange, Adolf Schneider und Moritz Großmann, werden vorgestellt. Neben anderen ließen sie Glashütte zur Hochburg des deutschen Uhrenbaus und der Uhrmacherausbildung werden.

Dresden wird gelegentlich „Elbflorenz“ genannt, ursprünglich wegen seiner Kunstsammlungen; maßgeblich tragen dazu sowohl seine barocke und mediterrane Architektur als auch seine landschaftlich reizvolle Lage an der Elbe bei, weshalb Dresden oftmals als eine der schönsten Städte Europas gepriesen wird.

Dresden wird gelegentlich „Elbflorenz“ genannt, ursprünglich wegen seiner Kunstsammlungen;
maßgeblich tragen dazu sowohl seine barocke und mediterrane Architektur als
auch seine landschaftlich reizvolle Lage an der Elbe bei, weshalb Dresden oftmals als
eine der schönsten Städte Europas gepriesen wird.

Eine schöne Strecke weiter liegt Zschopau. Dort wollen wir der Motorradaustellung im Schloss Wildeck einen Besuch abzustatten. Neben der in Schloss Augustusburg gibt es hier eine ganz besondere Schau. Schloss Wildeck beherbergt nicht nur eine beeindruckende Sammlung ausgewählter DKW- und MZ-Motorräder, sondern zeigt auch die eindrucksvolle Geschichte des Motorradbaus und der Motorradstadt Zschopau.

Der Motorrad-Geländesport, den wir heute Endurosport nennen, hat in und um Zschopau eine lange Tradition. Zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts hatte der Däne Jörgen Skafte Rasmussen in seinem Unternehmen Haushalts- und Werkstattgeräte herstellen lassen, seit 1922 wurden in Zschopau Motorräder gebaut. In der Zeit suchte man nach neuen Wegen zum Testen der Motorräder. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit eine neue Sportart, die man anfangs Zuverlässigkeitsfahrt nannte. 1928 war DKW der größte Motorradhersteller der Welt. In der DDR staatseigen geworden, knüpfte das Unternehmen unter dem Namen MZ Motorradwerk Zschopau an diese Erfolge an. Bis zu 85.000 Motorräder wurden dort jährlich gebaut und in rund 100 Länder geliefert. Zahlreiche Fahrer machten den Geländesport zu einem Aushängeschild für Zschopau. Die Aktiven des Werkes erzielten bedeutende Siege auf nationaler und internationaler Ebene. Herausragend war der fünfmalige Gewinn der Mannschaftsweltmeisterschaft. Mit der Wende kam der große Einbruch. Das Unternehmen wurde erst privatisiert, dann liquidiert. Damit ging auch der Sport ziemlich den Bach hinunter. Aber ein paar Jugendliche aus Witzschdorf machten weiter. Aus ihrem „Dorfrennen“ entwickelte sich über das „November-Enduro“ der erste deutsche Meisterschaftslauf im Jahre 1997. Seitdem wird jährlich der Enduro-Lauf „Rund um Zschopau“ vor tausenden begeisterter Fans ausgetragen. Bisheriger Höhepunkt war im September 2012 die 87. Internationale Sechstagefahrt, die als die Mannschaftsweltmeisterschaft im Endurosport gilt.

Zschopau, Hochburg des Motorrad-Geländesport, der heute umgangssprachlich als Endurosport bezeichnet wird.

Zschopau, Hochburg des Motorrad-Geländesport,
der heute umgangssprachlich als
Endurosport bezeichnet wird.

Mit Glück, guter Planung und guten Tipps von Freunden aus der Gegend sind wir für eine kurze Zeit mitten drin und erhaschen einen Blick auf abwechslungsreiche und anspruchsvolle Strecken, bekommen die Vielfalt des Endurosports eindrucksvoll demonstriert. Voller Eindrücke fahren wir zurück in unser Quartier.

Zur Sammlung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte gehören neben Taschenuhren, Präzisionspendeluhren und Armbanduhren auch Marinechronometer, Gangmodelle, historische Werkzeuge und Arbeitsmittel der Uhrmacher aus vergangenen Epochen.

Zur Sammlung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte gehören
neben Taschenuhren, Präzisionspendeluhren und Armbanduhren
auch Marinechronometer, Gangmodelle, historische Werkzeuge
und Arbeitsmittel der Uhrmacher aus vergangenen Epochen.

Unterwegs machen wir noch einen letzter Stopp in der Bücherscheune auf dem Kastanienhof in Struppen. Manfred Hoffmann, seine Frau und ihr Team haben sich den Spruch von Augustinus Aurelius „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon“ zum Motto gemacht. In einer wunderschön sanierte Scheune aus dem Jahre 1853 bieten sie Tausende von antiquarischen Büchern an, verlegen Motorradbücher, wie das kürzlich erschienene Buch „Auf Tour… Polen“ von Stephan Montenarh (ISBN : 978-3-941760-24-0) und organisieren jeweils Anfang Mai vor Ort ein sehr feines Motorrad-Globetrottertreffen.

Zwei Reisetage haben wir noch bis Hamburg. Wir verlassen das Elbsandsteingebirge und durchqueren quasi in der Diagonalen Sachsen und Thüringen. Zwei Höhepunkte sind das Schloss in Colditz und die Saale-Unstrut Region um Naumburg und der Publikumsmagnet, die traditionsreiche Rotkäppchen Sektkellerei GmbH, deren historische Kelleranlagen besucht werden können. 1856 gegründet, ist das Freyburger Unternehmen heute Marktführer unter den deutschen Sektherstellern. Wir stoppen für einen Rundgang, verzichten aber aus verständlichen Gründen auf ein Glas Rotkäppchen-Sekt vor der eindrucksvollen Kulisse des 120.000 Liter fassenden Eichenholzfasses im Keller des Hauses. Stattdessen erhält jeder von uns einen Pikkolo zum Mitnehmen.

Wir bleiben über Nacht in Worbis im Hotel „Drei Rosen“. Hans-Peter Faßbinder, der Wirt war in den Tagen zuvor auf Jagd und so gibt es natürlich leckere Wildgerichte zum Abendessen. Am nächsten Morgen nimmt „Fassi“ die Gelegenheit wahr, holt seine Versys raus und begleitet uns noch ein Stück durch den östlichen Teil des Harzes. Dann fahren wir durch das nördliche Harzvorland mit einem ungewöhnlichen Stopp in Halberstadt, begegnen der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, sehen Wunden in der Natur und eine alte Kaiserpfalz. Aber das ist einen andere Geschichte. Durch das Feuchtgebiet des Drömlings und die eher trockene Lüneburger Heide fahren wir zurück nach Hamburg, das sich von seiner besten Seite zeigt – im Gegensatz zu allen Unkenrufen regnet es nicht!

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