Chile – unendliche Weiten und einzigartige Landschaften

Christian von Schröder, Geschäftsführer der Globetrotter Reisebüros, war im September 2011 in Chile und berichtet von seinen Erlebnissen in Patagonien und der Atacama Wüste.

„Land, wo die Welt zu Ende ist“

Im Torres del Paine NationalparkDas ist jedenfalls die Übersetzung, wenn man davon ausgeht, dass „Chile“ sich aus der Sprache der Aymara herleitet. Grund genug für mich, einer Einladung in dieses südamerikanische Land zu folgen um herauszufinden, ob die Welt hier wirklich zu Ende ist.

Der straffe Reiseplan sah die Hauptstadt Santiago vor, Weiterreise in den Süden nach Patagonien und dann zum Abschluss hinauf in den Norden in die Atacama Wüste. Alles klangvolle Namen, die ich bisher nur aus Reisemagazinen oder –katalogen kannte. Erst beim Studium des genauen Reiseplans stellte ich fest, dass ich in den nächsten neun Tagen insgesamt 53 Stunden im Flugzeug und zahlreiche weitere Stunden in Transferbussen zubringen würde. Damit wurde auch deutlich, dass Chile kein kleines Land ist, in dem man mal eben von A über B nach C reisen kann: Zwischen dem 17. und 56. Breitengrad gelegen, mit einer Fläche von 755.696 qkm und einer Landesgrenze von 6.329 km ganz schön groß.

Der Flug von Frankfurt über Madrid mit Lan Airlines gefällt mir gut. Eine neue A 340-300 mit einer durchaus bequemen Economy Class. Sensationell  ist der Anflug auf Santiago de Chile, bei dem man den Eindruck hat, als wolle der Pilot in den Anden landen. Die Einreise geht zügig, das Gepäck wartet auf dem Gepäckband.
Für eine Nacht sind wir im W-Hotel, einem 4-Sterne-Designerhotel im vornehmen Stadtteil Las Condes gelegen. Santiago nur als Zwischenstopp zu nutzen wäre schade. Die Stadt hat mich sehr positiv überrascht: von der romantischen Pracht der Kolonialzeit bis hin zu schillernden modernen Wolkenkratzern, alles vor der Kulisse der höchsten Berge der Anden. So wechselt man in kürzester Zeit von üppigen Parkanlagen zu fantastischen Skigebieten. Darüber hinaus bietet Santiago hervorragende Kunstgalerien, exklusive Restaurants und lebendige Cafés.

Flug über Patagonien Flug über Patagonien

Patagonien – einzigartige Landschaften und unendliche Weite

Am nächsten Morgen geht es in knapp fünf Stunden von Santiago via Puerto Montt ganz in den Süden nach Punta Arenas. Das Thermometer, das in Santiago noch 26 Grad angezeigt hat, begnügt sich hier mit 5 Grad. Hier erwarten uns die bequemen Fahrzeuge der Explora Lodge, die uns in ca. fünf Stunden in den Torres del Paine Nationalpark fahren werden. Die ersten 400  km sind wenig spektakulär, die Landschaft ist karg. Erst nach Puerto Natales und bei Eintritt in den Nationalpark beginnt es spannend zu werden: schneebedeckte Berge, Steppen und Tiere kommen mir vor das Objektiv. Nach weiteren knapp 100 km auf einer Schotterpiste sind wir am Ziel: Salto Chico, die Explora Lodge inmitten des Paine National Parks.

Explora Lodge Salto Chico in Patagonien Patagonien Explora Lodge Salto Chico

Sie besteht aus 49 Zimmern und das Motto ist „Luxus des Wesentlichen“. Darunter versteht Explora, dem Gast die Möglichkeit zu geben, in einer einzigartigen Umgebung total abzuschalten (hier gibt es keinen Handyempfang). Natur und nochmals Natur, in die Sie eintauchen, auf geführten Wanderungen, Reitausflügen oder Bootstouren. Das alles zu einem Inklusivpreis, der, neben der Übernachtung in der 5-Sterne-Lodge, Vollverpflegung, alle Getränke und das tägliche Ausflugsprogramm beinhaltet. Dabei haben Sie die Auswahl von bis zu zehn Touren in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Der Mindestaufenthalt beträgt vier Nächte.
Die Zimmer sind bestens ausgestattet, die Bäder verfügen über einen Whirlpool. Die Küche ist hervorragend, leicht und abwechslungsreich, die Zutaten in der Regel aus einheimischen Anbaugebieten.


Patagonien per Boot, Pferd oder zu Fuß entdecken

Eine der interessantesten Touren startet mit dem hauseigenen Katamaran und führt anschließend 12 km zu Fuß entlang des Lago Grey zum Grey Gletscher. Hier werden Sie von einem anderen Boot aufgenommen, das Sie direkt an den Gletscher bringt. Fotomotive, die einfach überwältigend sind.

Grey Gletscher in Patagonien

Am zweiten Tag reizt mich ein Ausritt. Stall und Pferde gehören dem Besitzer der Explora Hotels, die Ranch erreicht der Fahrer in 15 Minuten. Auch diese Tour kann ich jedem empfehlen. Selbst für mich weniger begabten Reiter eine lösbare Aufgabe, da die Pferde sich besser auf den Reiter einstellen, als umgekehrt der Reiter sich auf die Pferde einstellen muss. So kann ich mich voll und ganz auf die wiederum einzigartige Landschaft mit Steppe und schneebedeckten Bergen der Andenkette konzentrieren.

Am nächsten Tag um 7 Uhr heißt es Abschied nehmen. In der Morgendämmerung verlassen wir die Lodge bei klarem Himmel und tollem Blick auf die „Torres“. Langsam kommt die Sonne über den Horizont und taucht die Landschaft in traumhaftes Licht. Plötzlich ruft eine Mitreisende „Stop – anhalten – ein Puma“. Keine 50 Meter von der Straße tauchen tatsächlich drei Pumas auf, die leicht skeptisch den Kleinbus betrachten, sich aber ansonsten bei ihrem Morgenspaziergang nicht weiter stören lassen.

Vier Stunden später erreichen wir Punta Arenas und fliegen über Puerto Montt und Santiago ganz in den Norden des Landes nach Calama in der Region Antofagasta. Durch die riesigen Entfernungen kommt der Flieger erst am Abend in der Stadt am Rande der Atacama Wüste an.

Atacama – die trockenste Wüste der Welt

Die Transferzeit in die Explora Lodge De Larache am Rande der Oase San Pedro de Atacama beträgt nur rund eine Stunde. Die 5-Sterne Lodge entspricht hinsichtlich des Standards der in Patagonien. Die Wohngebäude mit 50 Zimmern in vier Kategorien umschließen gemeinsam mit dem Hauptgebäude einen zentralen Platz. Einrichtung und Verpflegung sind absolut top. Auch hier bespricht man am Vorabend mit den Scouts das Programm für den nächsten Tag.

Die Atacamawüste gilt als die trockenste Wüste der Welt auf Grund ihrer Lage im Regenschatten der Anden. Es gibt Wetterstationen in der Atacama, die noch nie einen Tropfen Regen erlebt haben. Sie ist 15 Millionen Jahre alt und es herrschen zum Teil große Temperaturunterschiede (+35 bis -15 Grad). Die Programme für Unternehmungen, vorwiegend Bergwandern und Reiten, sind vielfältig.

Sonnenuntergang im Salzsee Vulkan El Tatio in der Atacama

Highlights für mich waren Ausflüge in das Tal des Todes (Valle de la Muerte) mit seiner faszinierenden Sanddüne, dem Salzsee Salar de Atacama mit seinen zahllosen Flamingos (faszinierend bei Sonnenuntergang) und eine Tour zum Sonnenaufgang (Abfahrt um 5 Uhr morgens) in das Geothermalgebiet und zu den Geysiren am Fuße des Vulkans El Tatio in rund 4.400 m Höhe.

Chile – unglaubliche Vielfalt und absolutes Traumreiseziel

Chile ist einmal mehr ein Land, das mich begeistert hat. Dabei spielt die unglaublich abwechslungsreiche Natur natürlich eine entscheidende Rolle. Aber auch Santiago als Auftakt für Reisen in den Norden und/oder in den Süden lohnt sich für Besichtigungen. Die meisten Superlative findet man sicherlich für Patagonien und seine Landschaften. Die Atacama vor der beeindruckenden Kulisse der Andenkette übt aber gleichermaßen eine enorme Faszination aus. Daher geht meine Empfehlung ganz klar in Richtung einer Chile Rundreise, die dann auch noch die Weinanbaugebiete des Central Valley oder in der Southern Region beinhaltet. Man verbringt reichlich Zeit in Flugzeugen, aber jede Stunde belohnt dieses beeindruckende Land. Ist die Welt hier nun wirklich zu Ende? Ich glaube ja, denn man muss ganz woanders wieder anfangen zu reisen, um anders zu entdecken.

Ein Gedanke zu “Chile – unendliche Weiten und einzigartige Landschaften

  1. Eduard Fastner

    Da ich selbst schon einmal in Santiagode chile war und auch die Atacama Wüste mit
    der großen Handfläche an der Stasse kenne finde ich den Reisebericht sehr schön.
    Wirklich lesenswert.

    Antworten

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