Perlen des Baltikums

Mit Dertour im Baltikum

Gabriele Gürtler

Gabriele Gürtler

Gabriele Gürtler war im Juni 2010 im Baltikum. Mit Dertour entdeckte sie die Höhepunkte Estlands, Lettlands und Litauens:

In Litauen, dem größten und südlichsten Land der baltischen Staaten, begann die Reise. In der Hauptstadt Vilnius besticht die Innenstadt durch die wunderschönen restaurierten barocken Bauten wie zum Beispiel der achteckige Gedminas Turm oder die Kirche der Hl. Peter und Paul. Das Wahrzeichens Litauen, die Wasserburg Trakai liegt ca. 30 km außerhalb von Vilnius. Die im gotischen Stil erbaute Burg liegt auf einer von drei Seen umgebenen Insel und ist nur über eine Holzbrücke erreichbar.
Im Ort Trakai lohnt sich ein Besuch des Karaite Museum. Die Karäer sind eine jüdische Splittergruppe, die von der Krim im 14. Jahrhundert nach Litauen verschleppt wurden und die ihre Kultur und Lebensgewohnheiten bis heute bewahren. Es leben noch ca. 100 Karäer in den typischen gelb-grünen Holzhäusern mit 3 Fenstern zur Straße hin ausgerichtet.

Weiter ging es in Lettlands Hauptstadt Riga, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Zentrum der Altstadt sind der Marktplatz und das berühmte Schwarzhäupterhaus. Ein Besuch der Albertstraße ist ein absolutes Muss, da sich hier das wunderschöne Jugendstilviertel befindet.

Auf der Fahrt von Litauen nach Lettland empfehle ich einen Abstecher zum Schloss Rundale in Bauska. Das größte Barockschloss des Baltikums wurde von dem Architekten Rastelli erbaut, der auch die großen Bauten in St. Petersburg entworfen hat. Die Letten nennen das Schloss auch „Klein Versailles“, da es nach französischem Vorbild mit 3 Flügeln, einer großen Treppen und mehreren Galerien angelegt wurde.
Ca. 20 km von Riga entfernt liegt Jurmala, der größte Kurort des Baltikums an der Ostsee. Hier erwarten Sie lange weiße Sandstrände, gesäumt von Kiefernwäldern und Dünen. Kuranwendungen aller Art sind möglich. Das Städtchen bietet das leichte Flair der Bäderarchitektur auf Rügen und Usedom. Rundum erholdsam.

Auf der Weiterreise Richtung Estland sollte ein Abstecher um das Gebiet um Sigulda, dem Gauja Nationalpark, auch lettische Schweiz genannt, gemacht werden. Ebenfalls empfehlenswert ist eine Besichtigung der Burg Turaida.

Kurz vor Ende der Reise erwartete mich noch Estland, der kleinste und innovativste Staat des Baltikums. Die Hauptstadt Tallinn war 1980 Olympia Austragungsort für die Segelwettbewerbe, ist seit 1997 UNESCO Weltkulturerbe und eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Nordeuropas. Die Stadtmauer mit den mächtigen Wehrtürmen, die Burg, viele gotische Häuser und Kirchen, enge Gassen und verwinkelte Treppen sind Zeugen des Mittelalters.
Sehenswert sind das Dominikanerkloster, die Dicke Margarete (Geschützturm aus dem 16. Jhd., heute Seefahrtsmuseum), die Gildehäuser, die Alexander-Newski-Kathedrale und die Heilig-Geist-Kirche, um nur einige zu nennen. Ca. 3 km außerhalb Tallinns liegt Schloss Kadriorg, Anfang des 18. Jahrhunderts von Zar Peter dem I. erbaut und in einem sehr schönen Park gelegen. Das Schloss beherbergt eine internationale Gemäldesammlung.

Kombi-Tipp: Verbinden Sie den Städtetrip Tallinn mit Erholung in Pärnu: Pärnu, ca. 120 km von Tallinn entfernt ist ein kleiner Kurort an der Ostsee mit 100 m langen Sandstränden und vielen Kur- und Rehaeinrichtungen. Viele schöne alte Holzvillen, Fußgängerzone in der Altstadt. Empfehlenswerte Unterkunft: Ammende Villa, Jugendstilvilla, erbaut 1905, alle Zimmer mit Antiquitäten individuell ausgestattet und mitten in einem Park gelegen.

Wissenswertes: Deutsch und Englisch sind in Lettland und Litauen wenig verbreitet, hier hilft die Landessprache oder Russisch. In Estland können Sie sich relativ gut auf Englisch und auch Deutsch verständigen. Neben der Landeswährung werden im Baltikum auch überall Kreditkarten und Euroschecks akzeptiert. Der Euro wird, wenn überhaupt, nur in Estland angenommen, wo er ab dem 01.01.2011 die estländische Krone ersetzt.
Vorsicht beim Geld wechseln, dabei sollten Sie sich nur auf die offiziellen Stellen verlassen. Taschendiebe sind in den baltischen Städten keine Seltenheit, hier ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Einkaufstipp: Als Souvenirs eignen sich Bernstein und Wollartikel besonders gut. Achten Sie hier auf Qualität und kaufen Sie nicht bei einem der zahlreichen Straßenhändler, hier erhalten Sie nur minderwertige Ware.

Fazit: 3 Länder – 3 Sprachen – 3 Völker: Jedes Land ist unterschiedlich. Die Reise sollte nach Möglichkeit von Süd nach Nord gemacht werden, um die Entwicklung der einzelnen Länder besser verstehen zu können. Die Nebenkosten sind im Vergleich zu dem, was die Bevölkerung dort verdient, sehr hoch. Die Kosten für Obst, Mineralwasser und Getränke in Restaurants sind mit denen in mit Deutschland gleichzustellen. Meine Reise war keine Städtereise im eigentlichen Sinne, durch die Geschichte des Baltikum schon mehr eine Studienreise. Eine gute Vorbereitung bei Reisen ins Baltikum ist angeraten. Damit es eine rundum gelungene Reise wird und Sie die Perlen des Baltikums mit allen Sinnen genießen können. Ich berate Sie gern, sprechen Sie mich an.

Ein Bericht von Gabriele Gürtler aus dem Globetrotter Reisebüro in Wedel.

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