St. Petersburg – ein russischer Sommernachtstraum

Erlöserkirche in St. PetersburgChristian von Schröder, Geschäftsführer der Globetrotter Reisebüros war im russischen St. Petersburg und hat die Zarenstadt erkundet:

St. Petersburg – vor 20 Jahren war ich das letzte Mal in der ehemaligen Hauptstadt des Russischen Reiches. Insofern war ich gespannt auf die Begegnung mit dieser Metropole und darauf, was sich alles geändert hat.
Am Flughafen, zumindest gefühlt, erst einmal nichts. Selbst die „Finger“ zum Andocken der Lufthansa Maschine scheinen Second Hand zu sein. Die Ankunfts- und Abflugbereiche veraltet, dichtes Gedränge in kleinen Warteräumen und vor zahllosen „Grabbelkontrollen“ für abfliegende Gäste. Am Ausgang erwartet unsere kleine Gruppe dann Irina, die uns innerhalb von 48 Stunden davon überzeugen will, dass St. Petersburg eines der schönsten russischen Reiseziele sei. Um es vorwegzunehmen: Es ist ihr gelungen.

Die Entstehung St. Petersburgs

Auf der Fahrt in unser zentral gelegenes Hotel macht uns Irina zunächst mit der knapp 400-jährigen Geschichte der Stadt vertraut. Sie erzählt von Peter dem Großen, der in seiner Kompromisslosigkeit dafür sorgte, dass alle seine Ideen zur Erbauung dieser Stadt insbesondere von der Jugend unterstützt wurden. Peters Wunsch, auf dem sumpfigen Boden das „nördliche Paradies“ zu schaffen, war eine Herausforderung an die Natur. Gleichzeitig forderte der mit einer beispiellosen Schnelligkeit vorangetriebene Bau der Stadt zahlreiche Menschenopfer.
Deutsche, Schweden, Holländer, Italiener, Franzosen und Engländer ließen sich in St. Petersburg nieder und bildeten hier ganze Kolonien. Zusammen mit einheimischen Baumeistern errichteten sie die neue Hauptstadt und die prachtvollen Zarenresidenzen in deren Umgebung.

St. Petersburg modern – Neu trifft Alt

Je näher wir dem Stadtzentrum kommen, wird deutlich, was hier in den letzten Jahren passiert ist: saubere Straßen, moderne nationale und internationale Geschäfte, Cafés und Restaurants. Die Straßen voller Menschen. Natürlich Verkehrschaos auf dem Newski Prospekt, der Prachtstraße St. Petersburgs. Vier Tage minimum sollten Sie einplanen um die Stadt zu erkunden. Wir hatten leider nur wenige Stunden zur Verfügung, um die Höhepunkte, teils von außen, teils von innen zu bewundern. Natürlich die Isaak Kathedrale mit der nach Rom, London und Venedig viertgrößten Kuppel der Welt und gegenüber das Marienpalais. Den Schlossplatz mit dem Winterpalais und der staatlichen Hermitage bzw. Eremitage (wenn man alle Exponate jeweils eine Minute betrachtet, braucht man neun Jahre um alle gesehen zu haben), die farbige und beeindruckende Erlöserkirche mit den charakteristischen Zwiebeltürmen als Denkmal russisch-orthodoxen Baustils, sowie die Peter-Paul-Festung, seinerzeit Kern der künftigen Stadt. Auf der Vasilyevski Insel haben wir einen schönen Blick auf das Winterpalais.

Stadt der Inseln und Kanäle

Gleichzeitig wird deutlich, dass St. Petersburg auf zahlreichen Inseln, durchzogen von Kanälen, erbaut wurde. Als Fotomotiv, gerade in den Abendstunden, eignen sich die vielen Brücken über die Newa. Spricht man von St. Petersburg, muss man zwangsläufig auch auf die ehemaligen Zarenresidenzen eingehen: Wir fahren am Nachmittag nach Peterhof, knapp 40 Minuten vom Zentrum entfernt. Hier bewundern wir den Großen Palast, zwei Kaskaden, 16 Fontänen und den wunderschönen Park mit einem Kanal direkt zur Ostsee. Gold und Marmor prägen das Bild, alles beeindruckend restauriert. Rückfahrt dann in 30 Minuten mit dem modernen Tragflügelboot in die Stadt.

Feierlich geht es am Abend zu: Einladung zum Dinner ins Restaurant „L‘Europe“ des Grand Hotel Europe. Zu einem ausgezeichneten Essen werden erlesene Weine serviert. Das Restaurant allein ist ein Erlebnis: Art Deco trifft auf zeitgemäße Elemente. Auf der kleinen Bühne spielt ein Quartett Stücke russischer Komponisten und als Höhepunkt treten zwei Ballettkünstler aus dem Marinski Theater auf.

Prachtvolles Puschkin – der Katharinenpalast

Etwa 25 km südlich von St. Petersburg liegt die Stadt Puschkin. Nach meinem Besuch kann ich nur sagen: ein absolutes „Muss“. Der einzigartig renovierte Katharinenpalast mit seinen goldenen Sälen (allein der riesige, mit üppigen vergoldeten Holzschnitzereien verzierte, Große Thronsaal misst 846 Quadratmeter), dem nachgebauten Bernsteinzimmer und den wunderschön angelegten Parkanlagen sucht seinesgleichen. Katharina II. hat sich mit den Architekten Francesco Rastrelli und Charles Cameron ohne Frage die Richtigen für Um- und Neugestaltung des Palastes gesucht. Wer den Prachtbau besuchen will, sollte in jedem Fall Geduld mitbringen. Insbesondere im Sommer sind die Schlangen vor den Eingängen sehr lang. Schneller geht es für organisierte Gruppen: Sie betreten den Palast durch einen separaten Eingang.

Im Winter ist St. Petersburg ebenso schön

Voller Eindrücke und mit unzähligen Fotos geht es zurück nach St. Petersburg und zum Flughafen. Unterwegs gibt uns unsere Reiseleiterin Irina noch einen Tipp: „Kommt im Winter, dann ist der Himmel auch blau, der Schnee macht die Stadt noch viel schöner und es gibt nicht so viele Touristen. Aber nicht im November, dann regnet es“. Ich werde es mir zu Herzen nehmen und St. Petersburg erneut besuchen. Dann im Winter. Und vielleicht gibt es dann auch eine günstigere Übernachtungsrate für das Grand Hotel Europe. Denn dort sollte man wohnen, es passt einfach zu dem vielen Gold, das man während eines St. Petersburg Besuchs zu sehen bekommt.

Sie möchten selbst nach St. Petersburg reisen? Wir beraten Sie gern in einem unserer Globetrotter Reisebüro Standorte in Ihrer Nähe.

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